Dettelbach

Mainufer wird zur Skulpturenmeile

Spaziergänger und Radtouristen in Dettelbach können sich mit sechs neuen Steinskulpturen beschäftigen. Entlang des Mainufers fanden die tonnenschweren Werke des 2. Dettelbacher Bildhauersymposiums am Freitag ihren endgültigen Platz.
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Delta: Am südlichen Ende des Skulpturen und Freizeitparks fand das Werk von David Svoboda seinen Liegeplatz. Foto: Foto: Ottmar Deppisch
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Spaziergänger und Radtouristen in Dettelbach können sich mit sechs neuen Steinskulpturen beschäftigen. Entlang des Mainufers fanden die tonnenschweren Werke des 2. Dettelbacher Bildhauersymposiums am Freitag ihren endgültigen Platz.

Im Juli und August bearbeiteten sechs internationale Künstler gewaltige Steinquader mit Hammer, Meißel, Flex und Schleifpapier, um ihnen Gestalt zu geben. Gemäß dem Motto des Symposiums „Panta Rhei – alles fließt“ entstanden in fünfwöchiger Knochenarbeit auf der Mainlände unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Skulpturen, die nun die Reise zu ihrem Bestimmungsort antraten.

Von der Mainfähre bis zur Kläranlage warten nun fünf steinerne Fragezeichen. Sie geben, obwohl die Künstler ihnen Namen gaben, dem Betrachter genügend Raum für eigene Interpretationen. Die sechste Skulptur musste auf die linke Mainseite nach Mainsondheim verfrachtet werden, wo sie in der Nähe der Fähre ihren Platz gefunden hat.

An der Fähre auf Dettelbacher Seite, ist der zu Wellenbewegungen geschliffene Stein von Nadja Iseli aus der Schweiz zu sehen. Namenspate ist Paul Celan mit seinem Gedicht: „In den Flüssen nördlich der Zukunft werf ich das Netz aus, das du zögernd beschwerst mit von Steinen geschriebenen Schatten.“ Nur um wenige Meter mussten Roger Bischoff, Leiter und Organisator des Symposiums, und seine Mitstreiter „Metamorphosis“, das Werk der serbischen Künstlerin Maša Paunovic versetzen.

Weiter flussabwärts fand das Werk des in Stuttgart lebenden Japaners Shinroku Shimokawa, er war bei der Versetzungsaktion selbst anwesend, seinen endgültigen Standort. Er nennt seine Arbeit „Geschliffene fünf Wochen“. Am Rande des Freizeit- und Skulpturenparks wartet „Delta“, geschaffen von David Svoboda, auf seine Betrachter. Unweit der Kläranlage fand „Terez“, der figürlichste aller Steine, seinen festen Platz. Terez ist das Werk der deutschen Bildhauerin Monika Ritter. In dieser Skulptur ist unschwer die Gestalt einer Frau zu erkennen.

Diese fünf Arbeiten zu platzieren war dank des Autokrans und der Fundamente keine allzu große Schwierigkeit. Anders sah es bei „Time shift“, dem zweiteiligen Werk des Norwegers Hagbart Soll?s, aus. Nicht nur, dass es auf die andere Mainseite gebracht werden musste, auch die zwei tonnenschweren Einzelteile zusammen zu fügen war Millimeterarbeit, die viel Fingerspitzengefühl sowohl vom Kranführer als auch vom Bodenpersonal erforderte. Im übrigen dürfen alle Steine berührt oder bestiegen werden. So kann Kunst begriffen werden.



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