VOLKACH

Mainschleifenbahn: Mit dem Nikolaus im Zug durchs Schneegestöber

Jetzt legt das Bähnle zwischen Volkach und Seligenstadt erstmal Winterpause ein. Wieder wird der Wunsch nach einer ständigen Verbindung nach Würzburg geäußert.
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Der Nikolaus kam zum Saisonabschluss wieder ins Zügle zwischen Astheim und Seligenstadt. Foto: Foto: IG Mainschleifenbahn
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Dicke Schneeflocken draußen, drinnen im warmen Zug glitzert vorweihnachtlicher Schmuck – die Mainschleifenbahner machten es am letzten Wochenende möglich. Gemeinsam sangen alle im roten Triebwagen Weihnachtslieder, lauschten den Geschichten, die der Nikolaus vorlas und freuten sich schließlich über die durchsichtigen Tütchen, die Knecht Ruprecht und das Volkacher Christkind an die mitreisenden Kinder verteilten.

Höhepunkt der beiden Fahrten war dann der Fototermin mit Nikolaus, Engelchen und Knecht Ruprecht an der Endstation in Seligenstadt. Kaum eine Familie, die diese Gelegenheit nicht nutzte. Für alle Fahrgäste gab es am Astheimer Haltepunkt vor und nach den Fahrten gratis Glühwein, Kinderpunsch, Plätzchen und Lebkuchen.

Zweimal ausgebucht

Beide Sonderfahrten waren in diesem Jahr wieder ausgebucht, nicht selbstverständlich, da die traditionellen Nikolausfahrten im letzten Jahr wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Generalüberholung des Schienenbusses ausgefallen waren, teilen die Mainschleifenbahner mit. Was viele der erwachsenen Fahrgäste erstaunt hätte: während der Straßenverkehr stellenweise nur im Schritttempo rollte, waren Schnee und Glätte für den roten Brummer kein Problem.

Dank guter Pflege und des gründlichen Baumschnitts entlang der knapp zehn Kilometer langen Strecke habe hier der alte Bahn-Slogan gegolten: „Alle reden vom Wetter, wir nicht.“ Auch deshalb seien die Mainschleifenbahner auch an diesem Tag wieder gefragt worden, ob es denn bald eine direkte Bahnverbindung von Volkach nach Würzburg geben werde.

Die Antwort darauf hängt vor allem von den Ergebnissen der einst für Anfang 2016 angekündigten Analyse des Fahrgästepotenzials zwischen Volkach und Würzburg ab. Mindestens 1000 Fahrgäste pro Tag in Richtung Würzburg beziehungsweise Volkach sind Grundvoraussetzung für eine eventuelle Reaktivierung der Mainschleifenbahn im Stundentakt nach Würzburg. Während E-Autos, Ladestationen, Stickoxyde und Dieselfahrverbote die Schlagzeilen und Diskussionsrunden bestimmen, sei es auch in Bayern um die Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken „auffällig ruhig“. Dabei sei hier mit wenig Aufwand sehr viel zu bewegen, so Wolfgang Schramm, einer der Väter der 2002 wiederbelebten Mainschleifenbahn.

In 25 Minuten nach Würzburg

Auch auf dem Bahnsektor stünde neueste Technik vor der Serienreife, so Elektrotriebwagen, die auf Nebenstrecken statt mit Diesel mit Batteriestrom fahren. Nötig wäre ein gut geplanter Mix aus regionalen Buslinien, Park & Ride sowie attraktiven SPNV-Verbindungen nach Würzburg. Mit knapp 25 Minuten Fahrzeit von Volkach-Astheim bis zum Würzburger Hauptbahnhof mit seiner Straßenbahn- und Busanbindung wäre das ein optimales, zukunftsträchtiges Angebot“, teilt Wolfgang Schramm mit. Allerdings, so Schramm, sehe es derzeit nicht so aus, als würde das Thema Schienennahverkehr ganz oben auf den politischen Prioritätenlisten stehen. Besonders enttäuschend: von Naturschützern und Grünen sei dazu – im Gegensatz zu früheren Jahren – leider nur wenig bis nichts zu vernehmen.

Fortsetzung an Ostern

Bis Ostern werden auf dem Gleis zwischen Volkach Seligenstadt nur Arbeitszüge der Mainschleifenbahn verkehren. Auch hier gilt immer: wenn das rote Licht am Bahnübergang blinkt, dann bedeutet das für den Straßenverkehr „Halt“.

Schienenfahrzeuge sind schwer, haben daher einen langen Bremsweg und vor allem: sie können nicht einen einzigen Zentimeter ausweichen.

Der rote Schienenbus rollt dann erst wieder an Ostern, die Saison 2018 beginnt dann am 1. Mai.

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