Volkach

Mainschleifenbahn: Förderverein träumt von Hybrid-Zug

Supermodern statt nostalgisch: Für die Bahnstrecke zwischen Volkach und Würzburg wünscht sich Christian Oßwald eine mutige Lösung. Doch was wird aus dem roten Schienenbus?
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So könnte sie zukünftig aussehen, die Mainschleifenbahn als Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Zwischen Volkach und Würzburg fahren könnte möglicherweise ein Hybrid-Zug (im Bild ein Modell der Firma Bombardier), der mit Strom aus der Oberleitung statt mit Diesel fährt. Zusätzlich eingebaute Hochleistungsbatterien sollen auf nicht elektrifizierten Strecken eine Reichweite von rund 100 Kilometern erreichen. Foto: Bombardier
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Schnucklig ist er, der rote Schienenbus, der bislang auf den Gleisen zwischen Volkach-Astheim und Seligenstadt fährt. Doch hübsche Nostalgie auf ewig war nie das Ziel des Fördervereins Mainschleifenbahn, sondern die Reaktivierung der Strecke als Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Dank der guten Potenzialanalyse ist man dieser nun einen großen Schritt näher gekommen, was auch die fleißigen Ehrenamtler des Fördervereins freut. Dessen Vorsitzender Christian Oßwald weiß aber auch: "Die Reaktivierung wird tiefgreifende Veränderungen für den Verein mitbringen."

Doch davor ist ihm nicht bange – im Gegenteil. "Es war wichtig, dass wir die Potenzialanalyse geknackt haben." Oßwald sieht durch die neue Prognose das Gutachten des Würzburger Verkehrsforschers Dr. Konrad Schliephake fast 1:1 bestätigt. Der hatte 2013 ausgerechnet, dass 1400 bis 1600 Reisende täglich die Mainschleifenbahn nutzen könnten. Das neue Gutachten der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) kommt auf 1400 Pendler pro Tag im Schnitt.

Umweltfreundliche Technologien erproben?

Geht es nach Oßwald, sollten diese in möglichst modernen Zügen  unterwegs sein. Züge mit Wasserstoff-Antrieb oder solche, die mit Strom und Akkus fahren, schweben ihm vor. Er könnte sich eine Referenzstrecke für die Erprobung neuer, umweltfreundlicher Technologien vorstellen. Doch Oßwald weiß auch, dass bis dahin noch einige Zeit vergeht. "Drei Jahre wären ein ehrgeiziges Ziel."

Und was wird dann aus dem 120 Mitglieder starken Förderverein ? Den Laden einfach zusperren sei nicht das Ziel, betont der Vorsitzende. Da seien sich alle einig. "Die Reaktivierung schließt den historischen Verkehr nicht aus." Fahrten mit dem roten Schienenbus wollen sie auch künftig anbieten. Bei Sonderfahrten zu bestimmten Anlässen zum Beispiel. Zudem freut er sich über die Entlastung und darauf, nicht mehr für die Strecke zuständig zu sein.

Förderverein ist Eigentümer der Strecke

Bis dahin wartet ohnehin noch genügend Arbeit auf den Förderverein, der bei den weiteren Besprechungen zur Zukunft der Strecke mit Vertretern von Landkreisen, Gemeinden und BEG am Tisch sitzen wird. Schließlich ist der Verein seit 2011 Eigentümer der Strecke von Volkach bis Seligenstadt. Diese war 1994 stillgelegt worden, seit 2003 rollt darauf der Schienenbus .

Die jetzt so positive Entwicklung in Richtung Reaktivierung sei aber kein Selbstläufer, betont Oßwald, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen. "Wir haben sehr hart dafür gearbeitet." Er hebt besonders hervor, dass bei den Bemühungen die ganze Kommunalpolitik an einem Strang gezogen hat, allen voran die Stadt Volkach und die Landkreise Kitzingen, Schweinfurt, Würzburg. 

Könnte das nicht zum Erfolgsmodell für die Strecke Schweinfurt – Kitzingen werden? Zur Diskussion um die Steigerwaldbahn will Oßwald sich nicht äußern, da seien die Voraussetzungen zu unterschiedlich. Doch für die Mainschleifenbahn zahle sich die langjährige Unterstützung von vielen Seiten nun aus. "Das sehen die im Ministerium, ob eine Region dahintersteht."

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