Frieden und Partnerschaft, das sind die Gründe, die hinter dem Zusammentreffen von Mainbernheims Bürgermeister Karl Wolf und Hauptmann Sven Reinke stecken. Sie unterzeichneten am Wochenende beim Mainbernheimer Stadtfest "Echt Berna" eine Partnerschaftsurkunde auf dem historischen Rathausplatz. Der Text der Urkunde lautet: "Im Geiste der gemeinsamen Anstrengungen für ein in Frieden und Freiheit geeintes Europa und das friedliche Zusammenleben aller Menschen begründet die 4. Kompanie Instandsetzungsbataillon 466 der Bundeswehr in Volkach und die Stadt Mainbernheim eine Partnerschaft."

"Seit fast 15 Jahren bestehen gute Kontakte untereinander. Unser Stadtrat hat sich bewusst für diese Partnerschaft entschieden", berichtete Bürgermeister Karl Wolf.

Man könne nur wenig erreichen, wenn nicht die Bürger mit einbezogen würden. Wolf betonte, dass hinter diesem Schritt keine politischen Absichten stecken, sondern das ausdrückliche Ziel, Bundeswehr in das öffentliche Leben zu integrieren, Kontakte aufzubauen und zu pflegen, sowie das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Soldaten zu stärken. Um das zu erreichen, sind gegenseitige Besuche und Einladungen angedacht. Man müsse sich bewusst machen, dass die demokratischen Strukturen Deutschlands inzwischen seit 65 Jahren bestehen, appellierte Wolf an die Bevölkerung: "Ständige Erneuerung der Demokratie, geistige Beschäftigung, Freundschaft mit der Bundeswehr und Anerkennung der Strukturen entwickelt Freundschaften - das ist persönliche Friedensarbeit!"
Geehrt von Mainbernheims Ansinnen zeigte sich Kompaniechef Sven Reinke: "Wir stehen heute auf Wunsch der Stadt Mainbernheim hier. Die Anfrage zu dieser Partnerschaft ist ungewöhnlich und erfreulich zugleich - denn es zeigt uns, dass wir nach wie vor einen Platz inmitten der Gesellschaft haben." In der heutigen Zeit ohne Wehrpflicht sieht er die Gefahr, dass die Soldaten vergessen werden - was er allerdings als "allzu verständlich bei den täglichen Sorgen um die Familie, den Arbeitsplatz, die Rente oder die Zukunft des Euro" einstufte.
Den Soldaten ist ein Platz in der Gesellschaft sehr wichtig. "Wir führen die Auslandseinsätze aus, die uns von der Bundesregierung aufgetragen werden - wenn nötig unter Einsatz unseres Lebens." Das müsse so auch in der Gesellschaft ankommen, erklärte Sven Reinke. Seit Aufstellung der 4. Kompanie Anfang 2007 waren über 130 Soldaten in Auslandseinsätzen. Zurzeit bereiten sich 30 Soldaten auf einen Einsatz in Afghanistan und dem Kosovo vor. "Dazu benötigen wir und unsere Familien Verständnis und Rückhalt aus der Bevölkerung."

Er und seine Kameraden hätten sich dazu entschlossen, Soldat zu sein und Deutschland damit zu dienen - freiwillig.

"Wir sind überzeugt, damit einer guten Sache zu dienen: Unserem Land, unserer Verfassung, dem Frieden." Da sie aber auch Söhne, Töchter, Mütter, Väter, Freunde und Nachbarn seien, bräuchten sie Anerkennung und auch als Soldaten einen Platz in der Gesellschaft - vor allem dann, wenn sie als Soldaten verletzt oder belastet aus einem Einsatz zurückkommen und sich wieder zu Hause eingliedern müssen. "Wir dienen einem Deutschland, das frei, tolerant, bunt, vielfältig und einzigartig ist", betonte er mit sichtlicher Freude.
Ab Januar 2013 wird die Kompanie unter der persönlichen Führung von Hauptmann Reinke für vier Monate in den Kosovo verlegt. Dort werden die Kameraden Panzer, Lastwagen, Funkgeräte, Stromerzeuger, Klimaanlagen und Waffen reparieren und bei der Durchführung von Patrouillen und der Errichtung von Kontrollpunkten gefordert sein. "Sie werden extreme Belastungen erfahren: Persönliche Enge, eingeschränkte Privatsphäre und Trennung von Familie und Freunden sind dabei nur einige Aspekte", berichtet Major Jens Oberreuther.
Landrätin Tamara Bischof zeigte sich stolz auf die Soldaten aus Volkach: "Die Bürger stehen hinter Ihnen, wir freuen uns, dass auch von unserem Landkreis aus dazu beigetragen wird, dass Frieden in anderen Ländern einkehren möge."
Gebührend gefeiert wurde die neue Partnerschaft schließlich auf dem Stadtfest "Echt Berna", das am Sonntag zudem mit dem Tag des offenen Denkmals zusammenfiel - eine Kombination, die viele Gäste nach Mainbernheim lockte.