KITZINGEN

Mai 2015 war zu warm und zu trocken

Nach dem trockenen Start ins Jahr 2015 war es nichts mit der Wende im Mai. Der fünfte Monat des Jahres 2015 hat gerade mal 21 Liter Niederschläge gebracht und liegt weit unter dem langjährigen Durchschnitt von 55 Litern. Aufs Jahr gesehen fehlen derzeit 77 Liter pro Quadratmeter.
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Eher die Ausnahme: Hellmitzheim im Frühlingsregen – das hat es im Mai zwar auch gegeben, allerdings nur sehr selten. Am Ende brachte es der Wonnemonat gerade mal auf 21 Liter Niederschlag, mehr als 30 Liter weniger als im Durchschnitt. Foto: Foto: Günther Fischer

Nach dem trockenen Start ins Jahr 2015 war es nichts mit der Wende im Mai. Der fünfte Monat des Jahres 2015 hat gerade mal 21 Liter Niederschläge gebracht und liegt weit unter dem langjährigen Durchschnitt von 55 Litern. Aufs Jahr gesehen fehlen derzeit 77 Liter pro Quadratmeter.

Damit haben sich die Hoffnungen von Thomas Karl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AfELF) in Kitzingen nicht erfüllt. Der hatte nach den ersten vier trockenen Monaten des Jahres auf einen „Mai wie vor ein oder zwei Jahren“ gehofft. 2014 hatte der Mai rund 80 Liter gebracht, im Jahr davor hatte rekordverdächtigte 150 Liter den Boden durchweicht.

Davon ist der Mai 2015 weit entfernt. Die 21 Liter haben sich auf acht Regentage verteilt. Nennenswerten Niederschlag gab es mit vier Litern an vier Tagen. Nach Februar und April ist der Mai der dritte Monat mit Regen weit unterm Schnitt.

Dafür liegt der Mai bei den Temperaturen mit 14,6 Grad im Plus. Er war gut ein Grad wärmer als im langjährigen Mittel und der dritte Monat in Folge, der mit mindestens einem Grad über dem Schnitt lag. Wärmster Tag war der 19. Mai, der mit 30 Grad den ersten Sommertag (Temperaturen über 25 Grad) lieferte. Kälteste Nacht war mit 2,7 Grad der 22. Mai. „Auch wenn es kühle Nächte gab, Bodenfrost hatten wir im Mai keinen mehr“, so Karl.

Bei den Sonnenstunden lag der Mai mit 200 knapp im Durchschnitt der letzten Jahre. Der höchste Wert wurde 2012 mit 277 Stunden gemessen, der schlechteste 2013 mit 131 Stunden.

Die trockenen Monate wirken sich auf den Feldern unterschiedlich aus. „Insgesamt ist bei der Vegetation noch alles im grünen Bereich“, sagt Karl. Allerdings: Das frühe Wintergetreide wie die Wintergerste haben auf den sandigen Standorten mit Trockenschäden reagiert. „Hier ist mit einer schlechten Ernte zu rechnen“, prognostiziert der Fachmann im Pflanzenanbau. Beim späteren Wintergetreide rechnet er mit keinen Spitzenerträgen mehr. Sollte es aber bald noch ausreichende Niederschläge geben, kann es noch eine (knapp) durchschnittliche Ernte geben. Auch beim Winterraps ist mit schlechteren Erträgen zu rechnen.

Mais, Rüben und Sonnenblumen benötigen für gute Erträge erst später im Jahr Wasser. „Diese Kulturen sind mit der bisherigen Witterung gut zurechtgekommen“, so Karl. Das Sommergetreide wie die Sommergerste wartet jetzt aber dringend auf Niederschläge. Auf den Wiesen ist der Ertrag nach dem ersten Schnitt geringer ausgefallen als in normalen Jahren. Grund auch hier der trockene April und Mai.

Ansonsten läuft die Spargelernte. Die Erdbeerernte hat bereits seit Mitte Mai begonnen. In den Gärten sind die Pflanzen gut entwickelt. „Aber auch hier wird es ohne den großzügigen Einsatz der Gießkanne nicht gehen“, so Karl am Ende.

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