Vier Jungs - eine Leidenschaft. Dass Musik verbindet, können Wolfgang Seidl, Christoph Grammlich, Andre Rammig und Patrick Degenhard nur bestätigen. Alle sind schon von klein auf musikbegeistert.
Wolfgang Seidl spielt von seinen jungen 24 Jahren bereits knapp 20 Jahre Schlagzeug, fünf Jahre Klavier und drei Jahre Cello. Christoph Grammlich fing mit sieben Jahren an, Klavierunterricht zu nehmen und entdeckte mit 13 die Gitarre für sich. Andre Rammig genoss schon mit vier Jahren musikalische Früherziehung und fing dann mit elf an, Bass zu lernen und zu singen. Und Patrick Degenhard brachte sich durch Videos und viel ausprobieren das Gitarrespielen selbst bei.

Dass die Musik in ihrem Leben einen hohen Stellenwert haben würde, war den Kitzinger Jungs schon früh klar. In Coverbands wie "King Kong" und "Apple Juice" hatten Christoph und Andre ihre ersten Auftritte, doch das reichte ihnen bald nicht mehr. "Coverbands gibt's wie Sand am Meer", meint Christoph, der Gitarrist. "Ich wollte meine eigene Band gründen." Und das tat er dann auch. Sein alter Freund Andre war direkt dabei. Der 19-Jährige wollte endlich eigene Songs statt gecoverte Lieder singen. Schnell fanden dann auch Patrick und Wolfgang dazu. Die vier verstanden sich auf Anhieb. "Der Humor und die Einstellung zur Musik haben einfach bei uns gepasst", erzählt Schlagzeuger Wolfgang. "Ein Name war auch schnell gefunden: Madness in Cans! Meine Mutter sagte immer, wenn sie sich über etwas aufregte: "Das ist doch der Wahnsinn in Dosen". Das fanden wir cool und haben es einfach übernommen." So wurde der Spruch zum Bandnamen.

Band allein sein reicht aber noch lange nicht. Eigene Lieder schreiben sich nicht von selbst und einer jungen Band laufen auch keine Produzenten hinterher. Da braucht man ein gutes Fingerspitzengefühl für die richtigen Töne und die passenden Worte.

Obwohl Andre der Sänger von "Madness in Cans" ist, kümmert er sich lieber um die Melodie. Wenn er nicht zu Hause alleine an Gitarre und Schlagzeug rumprobiert, sitzt er mit seinen Kollegen in ihrem Proberaum zusammen und schreibt, streicht durch, spielt und ändert wieder. "Jeder gibt seinen Senf dazu", erklärt der 24-jährige Gitarrist Patrick. "Dabei sind Christoph und ich eher für den Songtext zuständig." Die Themen der Lieder sind immer unterschiedlich. "Wir schreiben über das, was uns bewegt. Das sind meist persönliche Themen, wie Probleme oder auch was Lustiges", erzählt Schlagzeuger Christoph. "Eben was jeden irgendwie betrifft."
Die Musik nimmt natürlich viel Zeit und Geduld in Anspruch. "Mal haben wir in drei Stunden einen kompletten Song auf die Beine gestellt, und manchmal sitzen wir stundenlang da und die richtigen Noten wollen einfach nicht kommen", berichtet Sänger Andre.

Dafür, dass Madness in Cans erst seit Mai zusammen Musik macht, haben sie schon einiges geschafft. "Zwei Demos sind schon draußen", erzählt der 24-jährige Wolfgang.

Und ein Plan für die Zukunft ist auch schon gemacht: "Wir wollen bis zum Ende des Jahres unsere angefangenen Songs fertig schreiben und weitere Demos rausbringen. Nächstes Jahr sollen dann zwischen zehn und 15 Songs fertig sein, sodass wir in einem professionellen Tonstudio eine CD aufnehmen können", so Wolfgang. Wenn dann ihr Programm richtig steht, wollen sie mit Auftritten anfangen. Bisher sind sie nur auf privaten Hochzeiten und Geburtstagen unterwegs. Doch nächstes Jahr will "Madness in Cans" auf die große Bühne. Mit ihrem ungewöhnlichen Stil möchten Wolfgang, Patrick, Christoph und Andre ihre eigene Musikgeschichte schreiben. "Wir machen eine Art alternativen Rock mit Metal- und Popeinflüssen", beschreibt Christoph ihre Musik. Ihre Texte sind ausschließlich auf Englisch. "Obwohl", meint Andre lachend. "Vielleicht müssen wir noch einen deutschen Song schreiben, damit die Chinesen uns auch anhimmeln."

Auf ihren Demos im Internet sind "Madness in Cans" jedenfalls schon gut angekommen. Nachdem einige ihre Lieder auf der Madness in Cans Facebookseite oder auf ihrer Homepage gehört hatten, kamen plötzlich Anfragen nach Band-T-Shirts. "Wir haben gar nicht damit gerechnet, und dann erstmal schnell ein T-Shirt entworfen und drucken lassen", berichtet Patrick. "Die sind anscheinend sehr beliebt", freut sich der 24-Jährige.
Jetzt fehlt der Band nur noch eins, um richtig durchzustarten: "Wir suchen noch einen Bassisten", erklärt Andre. "Ich kann zwar Bass spielen, allerdings ist es schwierig, wenn ich dabei auch noch singe." "Ein fünftes Bandmitglied, dass auch vom Typ und der Einstellung her zu Madness in Cans passt", wünscht sich der 23-jährige Christoph. Denn ohne die richtige Einstellung kommt man nicht weit. "Jeder von uns lebt für die Musik", erklärt Schlagzeuger Wolfgang. "Eben das macht eine Band aus."