IPHOFEN

Ludwigsbrücke und kein Ende

Noch immer fließt auf der Iphöfer Ludwigsbrücke kein Verkehr – und wann das Wasser aus dem dort geplanten Brünnlein plätschern wird, ist seit dem Montagabend noch ein Stückchen ungewisser geworden. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kommen einfach nicht in Fluss.
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Iphofen
Foto: Eike Lenz

Noch immer fließt auf der Iphöfer Ludwigsbrücke kein Verkehr – und wann das Wasser aus dem dort geplanten Brünnlein plätschern wird, ist seit dem Montagabend noch ein Stückchen ungewisser geworden. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kommen einfach nicht in Fluss.

Weder hat sich Bürgermeister Josef Mend zu einer Aussage verleiten lassen, wann die Fahrbahn so weit wiederhergestellt sein werde, dass Autos über die Brücke rollen können, noch hat er den Bauausschuss des Stadtrats dazu bewegen können, sich auf eine Lösung für den Brunnen festzulegen, der am Rande der Brücke entstehen soll. Von einer Brunnenkommission war die Rede, die gemeinsam mit den Nachbarn nach dem besten Konzept suchen solle; und am Ende stand der Ausschuss vor der Schicksalsfrage, ob in den steinernen Trog Brauchwasser oder Trinkwasser sprudeln soll – oder doch Wein, wie einer der Beteiligten meinte?

Künstler statt Ingenieure

Es war Rupert Maier, der – um im Bild zu bleiben – eine staubtrockene Diskussion wieder in Gang setzte, indem er mehr und mehr zu pumpen begann und dadurch Wasser auf die eigenen Mühlen lenkte. Maier waren die Brunnenentwürfe des Ingenieurbüros Röschert (Würzburg) erneut zu bieder und zu einfallslos. „Das hätte der Kindergarten auch machen können“, sagte er zu den drei Varianten. „Etwas mehr Geist“ reklamierte Maier bei den Ingenieuren, die den Brunnen puristisch als Schale oder Kubus konzipierten.

Mend versuchte, die aufquellende Debatte zu kanalisieren. Er sah in den Entwürfen „einfache technische Lösungen, wie man sie früher gemacht hat“ – und stellte klar: „Wenn wir Ingenieure damit beauftragen, werden wir keine anderen Lösungen bekommen.“ So will man das Projekt nun an Künstler übergeben – auf die Gefahr hin, dass es sich weiter in die Länge zieht. „Das ist ein markanter Punkt in Iphofen“, machte Maier klar und riet dazu, „nicht auf die Schnelle“ zu entscheiden.

Eile ist indes an der Ludwigsbrücke selbst geboten. Seit Ende vorigen Jahres wird das marode Bauwerk saniert, die Überfahrt ist blockiert. Die Sperre macht vor allem Gewerbetreibenden in der Ludwigstraße zu schaffen: Bäcker, Metzger, Weinhändler, Blumenverkäufer. Nun steht auch noch eine der von der Stadt beauftragten Baufirmen vor der Insolvenz. „Eine missliche Situation“, wie der Stadtrat Otto Kolesch findet.

Der Bürgermeister aber warnte am Montag vor Aktionismus. „Wir würden mit einer Neuausschreibung des Auftrages mehr Zeit verlieren, als mit dem Insolvenzverwalter nach einer vernünftigen Lösung zu suchen.“ Zur Sanierung der Brücke habe es „keine Alternative“ gegeben, nachdem man das Projekt zehn Jahre vor sich hergeschoben habe und die Fahrbahn im vergangenen Winter stellenweise abgesackt sei.

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