Der Autohof in Rüdenhausen hat einen neuen Besitzer. Wie der bisherige Eigentümer Kai Flagge mitteilt, ging der Verkauf in Form der Zwangsversteigerung am vergangenen Dienstag über die Bühne. Käufer ist ein Unternehmer aus dem Bayerischen, der bereits zwei ähnliche Objekte besitzt, aber noch nicht genannt werden will.

Der Neubesitzer hat große Pläne für das rund 30 000 Quadratmeter große Areal in Rüdenhausen. Gedacht ist, neben dem Autohof eventuell ein Motel sowie Verkaufsflächen für verschiedene Outlet-Läden anzubieten. Möglicherweise könnten in dem Zusammenhang auch verschiedene kleinere Geschäfte zur Versorgung der Rüdenhäuser Bürger mit untergebracht werden, teilte Flagge mit.

Er ist froh, dass der Verkauf nun über die Bühne ging. Kai Flagge hatte den Autohof mit Tankstelle zuletzt als „A 3 Lounge“ vom Juni 2009 an betrieben und sich mit den drei Geschäftsbereichen Tankstelle, Rasthof und gleichzeitig der Spedition letztlich übernommen, wie er im Gespräch meinte. Rund 30 Beschäftigte übernahm er damals vom Vorgänger Lomo, mitsamt der Spedition besaß das Unternehmen etwa 50 Angestellte.

„Viel Arbeit reingesteckt und Lehrgeld bezahlt.“
Kai Flagge über seinen geplatzten Traum

Zu viel, wie sich herausstellen sollte. „Ich habe viel Arbeit reingesteckt und Lehrgeld bezahlt“, gibt er heute zu. Das Unternehmen bekam Zahlungsschwierigkeiten. Im September 2012 stellte der Mineralölkonzern Total den Tankbetrieb ein, im Juli 2013 war dann komplett Feierabend, auch die A3 Lounge schloss ihre Pforten. Flagge ging in die Insolvenz. Seit vorigem Sommer steht das riesige Areal am Ortseingang von Rüdenhausen quasi leer.

Laut Investor soll eine große und bekannte Gesellschaft als Mineralölpartner mit ins Boot genommen werden. Der Partner besitze auch „ein starkes Kartensystem für Fernfahrer“, heißt es in einer Mitteilung.

Mit dem jetzigen Käufer stand Flagge schon länger in Kontakt. Er stamme nicht aus der direkten Umgebung, wie im Vorfeld bereits gemunkelt wurde. Kürzlich lag im Rüdenhäuser Gemeinderat ein erstes Konzept mit Plänen vor, wie sich der neue Betreiber das Ganze vorstellen könnte. „Der normale Rasthof mit Tankstelle, Lkw-Bereich und Autohof bleibt. Das ganze Areal wird aufgehübscht und auf den Stand der heutigen Zeit gebracht“, erläutert Flagge das Vorhaben.

Gedacht ist zudem, an der Westseite des Grundstücks Gebäude zu errichten, in denen Laden-Lokale als eine Art Outlet-Center entstehen sollen. In der Überlegung ist derzeit auch der Bau eines Motels. Das Konzept sieht eine moderne, zweckmäßige Ausstattung und Einrichtung vor, die gerade Geschäftsreisenden und Familien eine Möglichkeit der Rast und Übernachtung zu bezahlbaren Preisen bietet. Eine Analyse soll hierzu genauere Aufschlüsse über den Bedarf bringen.

Erst nach umfangreicher Renovierung und Realisierung der geplanten Projekte wird die Station neu eröffnet. Der Investor ist bereits auf der Suche nach einem Pächter für den Autohof, heißt es weiter. Kai Flagge geht davon aus, dass sich in den nächsten Monaten baulich Einiges tun wird auf dem Grundstück.

Bislang duldet er die vereinzelten Lkw, wie auch die Pendler, die ihre Fahrzeuge auf dem eigentlich gesperrten Platz abstellen. Bald, so hofft er, könnte wieder Leben auf der einstigen Rasthof-Fläche direkt an der Autobahn-Ausfahrt einziehen.