Sulzfeld am Main
KKC

Löwenstark und tierisch witzig: Fasching in Sulzfeld

"Das war brutal gut": Sitzungspräsident Bernd Hering, sein Elferrat und über 100 Mitwirkende sorgen für faszinierenden "Zirkus".
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Vor elf Jahren war es. Damals entstand aus einer Bierlaune ehemaliger Fußballer heraus der KKC - die drei Buchstaben stehen für Karnevals- und Kegel-Club. Dass diese Idee eine gute war, bewies der Zuspruch beim bunten Programm von Sulzfeldern für Sulzfelder.

Bis zuletzt zählte die Personalie des diesjährigen Prinzenpaares zu den bestgehüteten Geheimnissen im Dorf. Dann wurde Lena Dietz als strahlende Prinzessin gefeiert - nur ihr Traumprinz fehlte noch. Der entschlüpfte unerwartet aus einem Affenkostüm, das er ganz dem Sitzungsmotto "Zirkus" entsprechend übergezogen hatte.
Dass dem KKC vor der Zukunft nicht bange sein muss, bewiesen die Auftritte des Nachwuchses. Die Turnmäuse, die etwa älteren Tanzmäuse und die Blizzards als Sulzfelder Mädli begeisterten mit sportlichen Tanzeinlagen. Die Mäuse gibt es erst seit rund eineinhalb Jahren, sie gingen aus dem Kinderturnen hervor. Als Sportstudenten stellten Sportler des TSV einen Examenstanz vor. Als scheinbar gelenkloses Tanzmariechen wirbelte Sina Thauer einer Zirkusakrobatin ähnlich über die Bühne.

Ein Glanzlicht im Bereich Tanz brachten die Bauchpfeifen mit einem Bauchtanz der ganz besonderen Art auf die Bühne. Mit bekannten Hits, den Kopf unter einem überdimensionalen Zylinder versteckt und Brust und Bauch in ein keckes Gesicht verwandelt, brachten die vier Herren den Saal zum Mitsingen und rhythmischem Klatschen.
"Das war brutal gut", beurteilte Sitzungspräsident Hering den Vortrag von Emmi Wendemuth. Die gebürtige Sulzfelderin wartete mit einem ausgefeilten Gastbeitrag auf, in dem sie ihre Familie als mehr oder weniger sportbegeistert vorstellte. Da der gekonnte Vortrag auswendig und völlig ohne Lampenfieber vorgetragen wurde, kannte die Begeisterung für diese Leistung kaum Grenzen.

Die Prunksitzung wurde von zahlreiche Gastbeiträgen bereichert. Die Hoheimer Dance Factory kam wie die Tanzsportgruppe des SV Hoheim nicht zum ersten Mal zu Besuch. Als Premiere stand die Ippesheimer Damengarde mit dem Showtanz Sister Act auf der Bühne.

Offenkundig ganz im Sinne der weiblichen Gäste forderte Nicole Starkmann "Frauen an die Macht". Sie erzählte in der Bütt von der Erschaffung der Menschen bis zum Traum im Paradies und natürlich den Qualitäten der Frauen. Eva sei im Paradies allerdings schwach geworden und habe "ihren Trottel" auch noch mitgenommen. Sie spannte einen Bogen nach Sulzfeld und vermutete, dass Gerhard Schenkel ohne seine Liane auch arm dran sei. "Denn die Krone der Schöpfung ist die Frau und der Mann der Schöpfung letzter Schrei."

Eine Büttenrede glaubt der Elferrat zwar verfassen zu können, aber vortragen? Nein, da wollte ein Elferratsquartett lieber das KKC-Lied anstimmen. Acht Jahre Prunksitzungen, das sei schon eine lange Zeit und das begeisterte Publikum stets dabei. Daher erhielt jeder Besucher einen Ein-Euro-Gutschein, einzulösen an der Bar.

Die Seinsheimer Elferratsgarde leitete den Schlussakkord des Abends ein und deutete unter Protest der Elferräte an, den bislang alljährlichen Auftritt im kommenden Jahr nicht fortsetzen zu wollen. Den tänzerischen Schlusspunkt setzte das Männerballett Muppets aus Gerbrunn.
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