MARKTBREIT

Lösungen für Leerstände

Über 50 Bürger kamen am Montag in Marktbreit zur 3. Bürgerversammlung in diesem Jahr. Dabei wurde das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) vorgestellt.
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Auch der Süden Marktbreits bereitet dem Städteplaner Sorgen. Er bemängelte die Leerstände und Baumängel rund um das alte Brauhaus, das selbst ein großes Sanierungsproblem darstellt, das noch ungelöst ist. Foto: Foto: T. Meyer
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Über 50 Bürger kamen am Montag in Marktbreit zur 3. Bürgerversammlung in diesem Jahr. Dabei wurde das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) vorgestellt.

Städteplaner Dag Schröder aus Schweinfurt und seine Mitarbeiterin, Diplomingenieurin für Stadtplanung Julia Trapp, versprachen den Bürgern bereits in der letzten Bürgerversammlung im Juli eine Aufnahme ihrer Wünsche und Anregungen in das Konzept sowie eine endgültige Auswertung. Was machbar ist, stellten sie nun vor.

Bürgermeister Erich Hegwein versicherte: „Schon am nächsten Montag wird sich der Stadtrat mit Ihren Anregungen und Hinweisen befassen.“ Hauptsächlich geht es um die Marktbreiter Innenstadt. Der Rahmenplan wurde laut Schröder vor 23 Jahren erstellt, jetzt gebe es neue Probleme, aber auch Lösungsmöglichkeiten; Marktbreit habe die Chance, in ein neues Programm „Städtebauliche Denkmalpflege“ aufgenommen zu werden.

Sein Fazit: „Wir haben derzeit in der Altstadt 23 komplette Leerstände – und das wird in Zukunft noch zunehmen.“ Durch diese Missstände gebe es aber die Chance, in ein neues Programm zu kommen. Julia Trapp erklärte, dass vor allem die Altstadt und die südliche Vorstadt ihr Entwicklungsgebiet seien. Leerstände gebe es im Süden besonders rund um die alte Brauerei und in der Mainstraße.“ Sie arbeitete Marktbreit als begehrte Wohn- und Schulstadt heraus.

Der ISEK-Plan sieht in Stichpunkten vor: Renovierung des alten Kranen, Wasser in Marktbreit als Wohn- und Kulturgut (Breitbach und Main) – zum Bach sollen beispielsweise zukünftig Sitzstufen führen; Leerstandsmanagement von Wohnungen und Einzelhandel, Renovierung und Umnutzung der Friedhofscheune, Realschule in der Buheleite eventuell erweitern durch Zukauf eines Nachbargebäudes, freier Blick auf den Bachlauf in der Ochsenfurterstraße, im Friedhofweg Baumängel beseitigen, eine detaillierte Untersuchung der Gebäude der alten Brauerei, nach der Renovierung der Bachgasse auch die Schustergasse angehen, Hof in der Pförtleinsgasse erneuern.

Die Tankstelle und das Mainufer klammerte sie bewusst aus, weil der Bürgerentscheid am 22. Dezember abgewartet werden müsse. Auch die anwesenden Aktivisten „Pro- und Contra Tankstelle“ enthielten sich an diesem Abend der offiziellen Meinungsäußerung.

Zum Leerstand in Marktbreit meinte Schröder: „Eine Stadt die nicht bewohnt ist, ist tot.“ Sein persönliches Fazit: „Hauptaufgabe ist es, die Altstadt zu stärken.“ ISEK sieht er als Instrument, den großen Rahmen zu geben, die Stadt könne die Rahmenbedingungen setzen, der Bürger müsse mitmachen und Geld investieren.

Die anschließenden Beiträge einiger Bürger waren der Größe der Probleme durchaus angemessen – manchmal auch utopisch: Volker Schlegelmilch träumte beispielsweise von einer teilweisen Glasüberdachung der Schustergasse, um dort – wie in Wertheim-Village – Outletstores anzusiedeln.

Werner Hundt stellte sich einen renovierten Platz mit Brunnen vor dem Winzerkeller sehr schön vor. Alexander von Dungern forderte eine generelle Verkehrsberuhigung. Richard Scharnagel bemängelte die zweite Ausweisung und teilweise Bezuschussung des Neubaugebietes: „Wir brauchen die jungen Leute nicht nur auf dem Berg oben.“ Außerdem wünschte er sich preiswerte Unterkünfte für Radwanderer in der Stadt: „Die fahren alle an Marktbreit vorbei, weil es hier keine preiswerten Quartiere gibt.“

Brigitte Porter dachte ebenfalls an die Jugend: „Die jungen Leute wollen in keinem Museum wohnen.“ Den abgesteckten Rahmen der Gestaltungssatzung für die Altstadt hielt sie für zu eng gefasst. Das Fazit des Städteplaners Dag Schröder: „Die Hauptarbeitspunkte liegen in der Stärkung der Altstadt, der Leerstandsbewältigung, dem Stadtmarketing, der Einzelhandelsentwicklung und dem Denkmalschutz – der Stadtbildpflege.

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