KITZINGEN

Löste Softair-Waffe Panik aus?

Zusammenreißen scheint irgendwie nicht in Frage zu kommen. Obwohl längst getrennt, sind sich die Eltern des dreijährigen Kindes immer noch spinnefeind. Das zeigte sich auch vor Gericht.
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justice Foto: liveostockimages (iStockphoto)

Zusammenreißen scheint irgendwie nicht in Frage zu kommen. Obwohl längst getrennt, sind sich die Eltern des dreijährigen Kindes immer noch spinnefeind. Das Gericht charakterisiert die Familiensituation als „hoch konflikthaft“. Wenn das Vaterwochenende ansteht, geht nicht einmal das Holen oder Bringen des Kindes geräuschlos über die Bühne. „Es gibt immer Schreierei“ – an dieser Stelle sind sich die Beteiligten ausnahmsweise mal einig.

Ansonsten gehen die Meinungen weit auseinander – vor allem was ein Wochenende Mitte März dieses Jahres anbelangt. Der Vater bringt das Kind – zusammen mit seiner neuen Liebe und seinen Eltern – im Auto zur Kindsmutter zurück. Man parkt direkt vor der Gartentür. Dort in der Nähe hält sich gerade der neue Freund der Kindsmutter auf.

Das Zusammentreffen lässt umgehend die Gäule durchgehen: Es wird beleidigt und geschrien, beide Parteien verbindet eine abgrundtiefe Abneigung. Am Ende des Disputs passiert es dann: Die Autoinsassen wollen gerade wegfahren, als sie in den Lauf einer Pistole blicken. Vom Gartentor aus soll der neue Freund des Kindsmutter direkt auf die Kontrahenten gezielt haben.

Verbotene Waffe

Bei der Waffe, so stellt die zu Hilfe gerufene Polizei kurz darauf fest, handelte es sich um eine Softair-Pistole, die zum einen täuschend echt und so gar nicht nach Spielzeugpistole aussieht – und zum anderen zudem in Deutschland verboten ist.

Der Freund der Kindsmutter, der sich jetzt wegen Bedrohung vor dem Kitzinger Strafrichter verantworten muss, gibt an, hinter dem Haus lediglich ein wenig herumgeballert zu haben. Von einer Bedrohung wisse er nichts, er habe die Waffe lediglich beim Zurücklaufen ins Haus aus der Jackentasche geholt und kurz in der Hand gehabt. Bestätigt wird das von der Kindsmutter: Als die Waffe auf der Tasche geholt wurde, „war das Auto schon weg“.

Völlig falsch – sagen dagegen der Kindsvater und seine Freundin. Beide wollen direkt in den Lauf geblickt haben, die Pistole sei auf das Auto gerichtet gewesen. Die Frau betont, sie habe eine derartige Panik gehabt, dass sie um ihr ungeborenes Kind fürchtete und unter „monatelanger Angst auf der Straße“ litt.

Welche Version stimmt? Um das zu klären, müssen weitere Zeugen gehört werden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es für den 24-jährigen Angeklagten, der auch vor dem Richter seine Emotionen ganz offensichtlich nur schwer im Griff hat, um viel geht: Er hat einiges auf dem Kerbholz, saß bereits im Gefängnis und stand zum fraglichen Zeitpunkt unter Bewährung. Die Verhandlung wird am 15. Dezember fortgesetzt.

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