RÖDELSEE

Loblieder auf die Linde und auf den Wein

Heiß begehrt wie der Regen in Unterfranken waren Sitzplätze im Café auf dem Schwanberg. Das Sänger- und Musikantentreffen, das bisher immer im Innenhof des Schlosses stattfand, musste wegen des Regens und der dicken Wolken auf dem Schwanbergplateau in das Café verlegt werden.
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Umzug wegen des Wetters: Geändert wurde der Veranstaltungsort für das Sänger- und Musikantentreffen auf dem Schwanberg, das aufgrund des Regens vom Innenhof des Schlosses in das Café verlegt wurde. Mit dabei die „Freunde fränkischen Brauchtums“ aus Urspringen, die wie die anderen Gesangsgruppen im des Café sangen. Foto: Foto: WINFRIED WORSCHECH
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Heiß begehrt wie der Regen in Unterfranken waren Sitzplätze im Café auf dem Schwanberg. Das Sänger- und Musikantentreffen, das bisher immer im Innenhof des Schlosses stattfand, musste wegen des Regens und der dicken Wolken auf dem Schwanbergplateau in das Café verlegt werden.

Reinhard „Vitus“ Hüßner, Organisator des Treffens, machte das Beste daraus und der Besucheransturm verteilte sich auf die drei Räume und das Foyer des Cafés. „Wie es abläuft, weiß ich selbst noch nicht so genau“, meinte „der Vitus“, zeigte dann aber durch sein Improvisationstalent, dass auch so eine kurzfristige Änderung in den Griff zu bekommen ist.

Auch an einen Wechsel in die Kirche war gedacht worden, „aber Bratwürst' und Schoppen in der Kirche wären nicht so gut“, so die Aussage des Moderators. „Wir sind alle heilfroh, dass es endlich geregnet hat und dass dieses spezielle Singen und Musizieren trotzdem stattfinden kann“, sagte die Priorin der Coummunität Casteller Ring auf dem Schwanberg, Heidrun Schörk.

Das Programm wurde etwas geändert und die Gruppen zogen von Raum zu Raum, so dass das Publikum die Lieder hautnah erlebte. Die Bedienungen des Cafés sorgten mit flottem Tempo dafür, dass niemand Hunger oder Durst leiden musste, Stühle aus dem Innenhof wurden abgetrocknet und so konnte das Treffen mit der Musik von „4/5 Blech“ (Leitung: Inka Pfister), einer Formation aus vier Blechbläsern und einer Klarinette beginnen. Die Truppe war die einzige, die im Innenhof des Cafés einen festen Standort hatte; durch die geöffneten Fenster und Türen bekamen die Zuhörer die fränkischen Weisen gut mit.

„Bratwürst' und Schoppen in der Kirche wären nicht so gut.“
Reinhard Hüßner, Moderator beim Sänger- und Musikantentreffen

„Die Linde steht am Berge“ und Loblieder auf den Wein und die Heimat sangen die Frankobarden unter der Leitung von Karl-Heinz Wolbert, von Hüßner als „Vorzeigesänger fränkischen Liedguts“ gepriesen. Eigentlich wäre die Linde das Thema beim Treffen im Schlossinnenhof gewesen, aber aufgrund der Umorganisation wurden auch die Textbeiträge Hüßners geändert und so wurde mancher Schwank aus heimischen Gefilden zum Besten gegeben. Zur Linde wurde erzählt, dass sie in früheren Jahrhunderten Mittelpunkt bei Tanzfesten und Feiern war und auch den Platz bildete, an dem zu Gericht gesessen wurde.

Heimatliche Lieder standen auch bei den „Freunden fränkischen Brauchtums“ aus Urspringen im Mittelpunkt, die sich nicht nur dem Liedgut, sondern auch dem Tanz und traditionellen Feiern verschrieben haben. „Sie sind für alles zu haben, wo auch Essen und Trinken dabei ist und machen zum Beispiel noch jedes Jahr ein Grumbererfest“, erzählte Vitus Hüßner. Als Überraschungsgast war Rüdiger Krehbiel zu hören, der an der Nürnberger Oper singt. Mit den Liedern „Am Brunnen vor dem Tore“ und „Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde“ zur Akkordeonbegleitung von Theobald Blüchel begeisterte er das Publikum.

Der Kartäuser Dreigesang unter der Leitung von Birgitta Kirch brachte die feine Note dreistimmigen Frauengesangs zum Klingen und dabei auch Lieder zur Gehör, die man nicht so oft hört. „Ein Spielmann ist aus Franken kommen, den hat der Tod beim Schopf genommen“, erzählt zum Beispiel die Geschichte eines Musikanten, der vor Petrus steht und Probleme mit der Aufnahme hat, da die „alten Weiber“ im Himmel ihn nicht einlassen wollen.

Auch im Café fehlten gemeinsame Lieder nicht: „Kein schöner Land“ und das Sommerlied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ bildeten den Abschluss eines Treffens, das in guter Erinnerung bleiben wird.

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