"150 Jahre Gas, 100 Jahre Strom und 90 Jahre LKW" - darauf sind die Kitzinger Licht-, Kraft- und Wasserwerke stolz. Im Jahr 1862 beschloss die Stadt Kitzingen, ein Gaswerk zu bauen. 1912 folgte die Gründung eines Elektrizitätwerkes und 1922 wurde in Zusammenarbeit mit der Gasgesellschaft Leipzig die LKW ins Leben gerufen. Zu diesem besonderen Anlass zeigte die LKW ihre Großzügigkeit nicht nur bei der Auswahl des Vier-Gänge-Menüs. Denn neben den derzeitigen Mitarbeitern wurden auch viele ehemalige Mitarbeiter und Ehrengäste zur große Jubiläumsfeier eingeladen.

"Es ist schon lange her, dass ich hier gearbeitet habe. Ich habe mich total über die Einladung gefreut", sagt beispielsweise Andrea Neumann.

Die 48-Jährige hat die riesige Betriebsfeier genossen - ganz besonders, weil sie gemeinsam mit ihrer Mutter dort war. "Meine Eltern haben beide sehr lange bei der LKW gearbeitet.
Es ist schön, mit ihr hier zu sein", erzählte sie.
Doch natürlich durften auch die Geschäftspartner der LKW nicht fehlen. Diese waren von der Feier ebenso begeistert. "Es gefällt mir sehr gut hier. Auch die Lokalität ist super", sagt Constantin Andreadis. Er ist Vertriebsleiter und Prokurist der Ferngas Nordbayern GmbH und damit Vorlieferant für die LKW im Gasgeschäft. Gemeinsam mit einem Kollegen ist er extra aus Nürnberg angereist, um das dreifache Jubiläum mit den Kitzinger zu feiern.
Um den Kreis der Feiernden abzurunden, waren zudem 50 Betriebsrentner mit Begleitung eingeladen - unter ihnen Altoberbürgermeister Rudolf Schardt. "Die LKW ist wie immer großzügig", lobte er. Erst letzte Woche hat er gemeinsam mit seiner Familie, seiner Lebensgefährtin Elisabeth Sell und seinen Freunden seinen 85. Geburtstag gefeiert. Er war 24 Jahre lang Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und lässt sich die Jubiläumsfeier natürlich nicht entgehen. "Diese Firma versteht zu feiern und sich für die Leistung der Mitarbeiter zu bedanken."
Nach dem Sektempfang bei schönstem Wetter begaben sich alle Gäste in die Florian-Geyer-Halle, um der Begrüßungsrede des LKW-Geschäftsführers, Peter Tiefenthaler, zu lauschen.

"Wir können uns heute kaum vorstellen, dass vor 150 Jahren das öffentliche Leben bei Einbruch der Dunkelheit zum Erliegen kam", sagte er.

Erst die Beleuchtung von öffentlichen Plätzen und Straßen mit Gas-laternen hätten zu mehr Sicherheit geführt. "Aber auch in den Häusern war es nicht weit her mit vernünftigem Licht. Kienspanfackeln, Öl- und Talglämpchen erhellten neben Wachskerzen die kleinen und schnell rußgeschwärzten Räume." Erst durch das Gaslicht konnte man in den Häusern und auf den Straßen von echter Beleuchtung reden. Schnell wurde das Gaslicht aber durch Glühbirnen ersetzt, wofür wiederum Elektrizität notwendig war. Damit Gas und Strom nicht in Konkurrenz zueinander stehen, hat die Stadt Kitzingen vor 90 Jahren - gemeinsam mit der Thüringer Gasgesellschaft - die Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen GmbH gegründet. Heute werden insgesamt 23 Landkreiskommunen mit Erdgas versorgt, das Unternehmen entwickelte sich zum überörtlichen Gasversorger.
In den letzten Jahren haben Meldungen über Erdbeben, Tsunamis und die Zerstörung des Atomkraftwerkes in Fukushima dem Unternehmen zu denken gegeben. "Wir investieren jetzt in erneuerbare Energien und geben den Bürgern die Möglichkeit, sich an diesen Investitionen zu beteiligen", berichtete Tiefenthaler. Auch überregional beteiligt sich die LKW an der Energiewende, indem sie in Windparks investiert. "Wir sind auf einem guten Weg, der aber noch lange nicht zu Ende ist." An diesem Punkt bedankte er sich bei allen Mitarbeitern - ehemaligen wie aktuellen -, Geschäftspartnern und Betriebsrentnern, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. "Jeder einzelne LKWler hat mit seiner Arbeit und mit seinem Engagement zum guten Ruf dieses Unternehmens beigetragen", schloss er seine Ausführungen. Aufgrund dieses großen Erfolges hätten sich alle Anwesenden das Vier-Gänge Menü mehr als verdient.
Bis Mitternacht genossen die Gäste dann das gute Essen, die Musik von Pianist Christoph Stibor sowie Magie und Varieté.