Kitzingen

Leuchtfeuer beobachten

Es wird ein weithin sichtbares Zeichen sein - Ein Leuchtfeuer der Demokratie. Am Samstag wird es ab 21.30 Uhr spannend.
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Vor fünf Jahren ist dem Wiesenbronner Konrad Thomann dieses Foto gelungen. Es zeigt, dass die Vermutung vieler Historiker nicht aus der Luft gegriffen ist. Konrad Thomann hat eine historische Blickachse (wieder-)entdeckt. Die Konstitutionssäule ist wohl nicht rein zufällig in gerader Linie zu den Kirchtürmen zwischen Schwanberg und Gaibacher Sonnenberg entstanden. Die Aufnahme entstand am Schleifweg, dem Wiesenbronner Flurbereinigungsweg Richtung Großlangheim, und zeigt den Kirchturm von Gaibach, den Sendemast auf dem Kreuzberg (links oben), den Kirchturm von Dimbach und den Kirchturm von Kleinlangheim.

Es wird ein weithin sichtbares Zeichen sein. „Ein Leuchtfeuer der Demokratie“, sagt Monika Conrad, die Hauptorganisatorin. Am Samstag, 16. Juni, warten viele Landkreisbürger gespannt auf den Einbruch der Dunkelheit. Von 21.30 Uhr bis 24 Uhr wird die Verfassungssäule auf dem Sonnenberg in Gaibach, die so genannte Konstitutionssäule, auf besondere Weise illuminiert. Das „Leuchtfeuer“ wird weit ins Frankenland hinein strahlen.

Von vier Orten aus

Unter anderem wird es an vier herausragenden Orten im Landkreis zu beobachten sein, wo offizielle „Versammlungspunkte“ gemeldet sind. Dorthin kann jeder kommen, der Lust hat, das Lichtspiel zusammen mit Gleichgesinnten zu genießen.

Freiheitsrechte erkämpft

Monika Conrad vom Initiativkreis Kultur, Geschichte und Archäologie im Kitzinger Land erklärt die Hintergründe der Aktion. „Das Leuchtfeuer soll als Mahnmal für den Erhalt von Freiheitsrechten erstrahlen. Diese Freiheitsrechte haben unsere Vorfahren vor 200 Jahren auf einem langen Weg mit vielen Opfern erkämpft.“ Die Verfassung von 1818, an der Menschen aus Franken maßgeblich beteiligt waren, war der erste Schritt zur Demokratie. Die Illumination wird vom Initiativkreis Kultur, Geschichte und Archäologie im Kitzinger Land in Kooperation mit dem Heimatverein Mainschleife Volkach organisiert. Das Landratsamt Kitzingen ist auch mit im Boot: durch einen Wettbewerb im Rahmen von „Kulturzeichen 2018“. Der Landkreis lobt 1000 Euro Preisgeld für die größten Gruppen aus, die sich zum Leuchtfeuer-Beobachten einfinden. Das Geld ist zweckgebunden für Kulturelles zu verwenden. Die Preisverleihung wird Landrätin Tamara Bischof vornehmen.

Einladung an alle Bürger

Monika Conrad lädt alle Bürger ein: „Unterstützen Sie die Aktion 'Leuchtfeuer der Demokratie' und kommen Sie zu einem Versammlungsort Ihrer Wahl.“ In der Gemeinschaft wolle man daran denken, wie viel Mühe es unsere Vorfahren vor zwei Jahrhunderten gekostet hat, den Weg zu einem demokratischen Verfassungsstaat zu ebnen. „Sie haben Gesundheit und Freiheit in die Waagschale geworfen. In Erinnerung daran soll das Leuchtfeuer ein Zeichen dafür sein, wie viele Opfer es gekostet hat, Einheit, Recht und Freiheit in Deutschland und Europa zu erwerben.“

Wichtige Rolle gespielt

Ein bisschen stolz dürfe man schon darauf sein, dass „unsere Region auf dem Weg zur Demokratie die entscheidende Rolle gespielt hat“. In diesem Sinn, meint Monika Conrad, sollten wir heute wieder um demokratische und freiheitliche Werte kämpfen – „in einer Zeit, in der die Demokratie auch in Europa wieder ins Wanken geraten ist“.

Von vier offiziellen Versammlungspunkten aus lässt sich das „Leuchtfeuer der Demokratie“ gut beobachten

Schwanberg: 21 Uhr: Versammlung beim Biergarten – Blick ins weite Land und Gedenken an Menschen, die vor 200 Jahren aus den Dörfern und Städten zu Versammlungen (bis zu 10 000 Menschen) auf den Schwanberg kamen, um die Einhaltung der Verfassung von 1818 und die Verabschiedung der Paulskirchenverfassung (1849) zu fordern. Geplanter Ablauf: Begrüßung der Teilnehmer durch Priorin Sr. Ursula Teresa Buske (Communität Casteller Ring) und den Rödelseer Bürgermeister Burkhard Klein beziehungsweise seinen Stellvertreter; Information von Monika Conrad zur Bedeutung des Schwanbergs in der Demokratiegeschichte Bayerns und Deutschlands.

Anschließend begeben sich die Teilnehmer (möglichst mit starker Taschenlampe) in eigener Verantwortung zum Kappelrangen zur Beobachtung des „Leuchtfeuers“.

Wiesenbronn: 21.30 Uhr: Versammlung am Punkt der „Konstitutions-Blickachse“ beim Sportplatz. Geplanter Ablauf: Begrüßung durch Bürgermeisterin Doris Paul. Information der Archivarin Rosmarie Hofmann zur Fronverweigerung 1832. Anschließend markiert Wegewart Willi Gebert den Standort für das Foto von Konrad Thomann mit den Kirchtürmen von Kleinlangheim, Dimbach und Gaibach in gerader Linie zur Konstitutionssäule. Das Foto ist Blickfang in der Sonder-Ausstellung „Vom Untertan zum Staatsbürger“ in Volkach und anschließend in noch vielen Gemeinden des Landkreises. In Wiesenbronn lädt die Gemeinde in Kooperation mit den Wanderfreunden Steigerwald/ Geisberg Wiesenbronn ein und bittet die Gäste, am Parkplatz beim Sportheim zu parken beziehungsweise möglichst nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Roland und Rüdiger Schmalz.

Obervolkach: 21.30 Uhr: Treffpunkt am Ortsausgang Richtung Rimbach. Geplanter Ablauf: Begrüßung durch den Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Tobias Feuerbach. Information der Historikerin Dr. Ute Feuerbach über die Bedeutung der Verfassung von 1818 für die Demokratiegeschichte in Bayern und die heutige Bedeutung der Konstitutionssäule. Diese ist ein Mahnmal, das an den seit der Einweihung 1828 noch sehr langen und von vielen Rückschlägen durchfurchten Weg zur Demokratie und zur Einheit in Bayern, Deutschland und Europa erinnert.

Volkach: 21.30 Uhr: Treffpunkt bei der Ruhebank am Beginn der Weinberge am Holzberg. Zugang über den Unteren Haidweg. Geplanter Ablauf: Begrüßung der Schülerinnen, Lehrkräfte, Eltern der Mädchenrealschule und des Hortes „Kloster St. Maria“ der Dillinger Franziskanerinnen in Volkach sowie der versammelten Bürger durch einen Vertreter der Stadt Volkach und Information zur Verfassung von 1818 und den Bau der Konstitutionssäule. Besucher aus Volkach werden gebeten, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Versammlungsort zu kommen, um für auswärtige Besucher Parkmöglichkeiten an den Weinbergswegen freizuhalten.



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