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Kitzingen

Leserforum: Will der Kitzinger Stadtrat eine moderne Stadt?

Zum Artikel "Wittmanns Einkaufszentrum fällt durch" vom 15. Februar zur Stadtratsdiskussion mit namentlicher Abstimmung erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.
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Zum Artikel "Wittmanns Einkaufszentrum fällt durch" vom 15. Februar zur Stadtratsdiskussion mit namentlicher Abstimmung erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.

Als Fachmakler für Handel und Gewerbe beobachten wir den Verlauf von Genehmigungsverfahren im süddeutschen Einzugsgebiet besonders interessiert. Kitzingen – die Stadt fit machen für die Zukunft oder an alten Zöpfen festhalten. Die Stadt entwickelt sich. Auf den Marshall Heights ist ein neuer Stadtteil entstanden, der sich von Tag zu Tag mit mehr Leben füllt und nach Fertigstellung der Wohneinheiten mindestens 3500 Menschen beherbergen wird.

Kitzingen wächst. Diese neuen Bewohner kommen vorwiegend von außerhalb, bevorzugt von Würzburg, wie hunderte von Anfragen nach Eigentums- oder Mietwohnungen belegen. Für diese neuen Mitbewohner und angrenzende andere Wohngebiete soll eine Nahversorgung geschaffen werden, die nicht in den Wettbewerb mit der Innenstadt treten will. Deshalb ausdrücklich die Beschränkung auf einen Lebensmittel-Vollsortimenter, einen Discounter und einen Drogeriemarkt. Das sind Unternehmen, die sich schon auf Grund des Flächenbedarfs nicht in der Innenstadt ansiedeln werden.

Es ist auch nicht denkbar, ein Nahversorgungszentrum innerhalb der verkehrsberuhigten Siedlung zu installieren. Zum einen sind keine geeigneten Flächen vorhanden, zum anderen will man das reine Wohngebiet nicht mit einem stärkeren Verkehrsaufkommen belasten, sondern die Frequenz dort abschöpfen, wo sie bereits vorhanden ist – direkt an der B 8.

Alles ist im Fluss. Gerade der Einzelhandel hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Für Flächen mit 800 Quadratmetern findet man heute im Lebensmittelhandel keinen Betreiber mehr und seit dem Ende von Schlecker gibt es keine kleinen Drogeriemärkte, sondern Anbieter mit einem Flächenbedarf von 800 bis 1000 Quadratmetern.

Wenn sich der Stadtrat Moser auf ein Zentrengutachten beruft, das nahezu zehn Jahre alt ist, muss er sich vorhalten lassen, dass die damaligen Festlegungen längst überholt sind. Man fragt sich auch nach dem Sinn von Gremien, wie dem "Stadtentwicklungsbeirat", der dieses Vorhaben ausdrücklich unterstützt, aber leider keine politische Wirkung hat.

Man fragt sich auch, ob sich die Stadt wirklich entwickeln will oder ob der Stadtratsbeschluss dem Motto "Unser Dorf soll schöner werden" folgen will. Moderne Stadtentwicklung geht anders.

Thomas Gugel
90491 Nürnberg

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