Zu dem  Leserbrief "Winterzauber schnell verfolgen" vom 10. Januar über den Volkacher Winterzauber erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

Seit gut einem Jahr bin ich nach 50 Berufsjahren als international tätiger Mittelstandsunternehmer Neubürger in Volkach und genieße jeden Tag hier.  Ich bedauere sehr die Leerstände der Geschäfte in der Hauptstraße und freue mich umso mehr über die Aktivitäten der Stadt durch Herrn Maiberger. Der Marktplatz ist für mich zu einem vergrößerten Wohnzimmer geworden, in das ich natürlich sehr gerne Gäste von nah und fern einlade. Ganz selten wird es dabei auch mal etwas eng. Erlebt habe ich auch jedesmal, dass die Einheimischen die Gäste herzlich willkommen heißen und gute Gespräche führen.

Das anders zu sehen erfordert schon ein hohes Maß an Miesepetrigkeit und Griesgram. Das Schlangestehen beim "Winterzauber" dauerte höchstens 5-10 Minuten und das ist bei solchen Gelegenheiten völlig normal. Beim Weinfest in Volkach oder Wiesbaden, wo ich 45 Jahre gelebt habe, wartet man oft viel länger und man muss auch auf seine Getränke eben gut aufpassen. Offensichtlich gibt es hier in Volkach doch einige Leute, denen Gequängel wichtiger ist als das Wohlergehen des Gemeinwesens. Man sieht das leider an verfallenen schönen Häusern am Gänseplatz und am Obertor.

Die Eigentümer schaden dadurch dem Image der Stadt enorm, wie ich an der Reaktion meiner vielen Besucher sehe. An Geldmangel fehlt es offensichtlich nicht. Es ist die reine Faulheit der Besitzer und die Rücksichtslosigkeit der Stadt Volkach und ihren Einwohnern gegenüber. Etwas mehr Heimatliebe würde ich mir als Neuvolkacher von den Einheimischen schon wünschen, sonst wird der Tourismus, von dem die Stadt lebt, sehr bald schrumpfen.

Einen schönen Platz, den Main mit einem Glas Wein, wie auf der Würzburger Brücke, zu genießen, wurde durch Kleinkariertheit letzten Sommer verhindert. Die jüngeren Leute bleiben eben jetzt in Würzburg und die Tagestouristen aus den Flusskreuzern bleiben zum Schoppen auf ihrem Schiff, weil es fußläufig am Ufer in Volkach nichts gibt. Das war ein toller Volksentscheid mit drei Eigentoren. Manchmal muss man offensichtlich die Menschen in ihr Glück etwas schubsen, weil sie nicht über ihren Tellerrand schauen können oder wollen.

Wilhelm Derix
97332 Volkach