MARKTBREIT

Leserforum: Verschwendung von Steuergeld

Zum Artikel „Aussichtsplattform im Römerlager“ vom 14. Juli:
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Römerlager Marktbreit – und keine Ende. Kaum ist das „Römertor“ vom Tisch, muss eine Aussichtsplattform her. Lehrpfade und Aussichtstürme sind mein tägliches Brot, daher hier kurz meine Einschätzung: Ein „Jagdhochsitz“ von vier bis sechs Metern ist ein Witz – und der kostet schon locker 100 000 Euro. Errichtet man einen Turm mit einer Plattformhöhe ab zehn Meter, so sind 200 000 Euro realistisch. Interaktive Stationen: Die Fantasie der Pfaddesigner ist, so man einen guten hat, bisweilen bemerkenswert. Aber: ab 50 000 Euro sind Sie dabei.

Und jetzt der „Knackpunkt“: Was bekommt der Tourist denn nun zu sehen, sprich: warum sollte er auf den Kapellenberg hochsteigen? Römerspuren? Fehlanzeige. Eine Agrarsteppe und ein bisschen Fernblick! Wo nix ist, können Tafeln und Turm auch nichts zaubern.

Was wird sein? Zur Eröffnung erscheinen die üblichen „Eventhopper“ (Landrätin, Regierung, Bürgermeister) und nach ein paar Reden, Häppchen und Frankenwein sowie einem Foto für die Presse kehrt wieder Ruhe ein; eine Zeitlang werden Lehrer mit ihrer Klasse und Neugierige heraufkommen – und das war’s.

Dafür sind mir die Hunderttausende an Steuergeld-Euros echt zu schade. Steckt das Geld lieber in die verlotterten Pflasterstraßen, die Radtouristen, die das Rückgrat der Marktbreiter Gastronomie darstellen, werden es Euch danken.

Übrigens: vom Segnitzer Weinhang hat man einen Ausblick, den Marktbreit nie wird bieten können! Wenn mich also ein Tourist fragen würde, wo er hochsteigen solle, ich wüsste, was ich ihm empfehlen könnte.

Peter Janitz 97342 Obernbreit

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