MARKTBREIT

Leserforum: Verschwendung von Steuergeld?

Zu „Stadt Marktbreit fördert neue Ladengeschäfte“ vom 14. August:
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Foto: Eo Borucki

Die Wirtschaftspolitik der Stadträte Marktbreits trägt absurde Blüten: Da will man doch tatsächlich neuen Ladenbetreibern einen Teil der Miete zahlen, weil man es sich laut Bürgermeister Hegwein „leisten kann“! Das Ganze ohne eine gründliche Analyse, warum in Marktbreit immer mehr Läden schließen und leer stehen:

Wer hat die Läden bislang betrieben, warum wurde geschlossen? Warum wurde kein Nachfolger gefunden? Liegt es überhaupt an der Miethöhe? Warum sehen potenzielle Unternehmer derzeit davon ab, einen Laden zu eröffnen? Welche Auswirkungen hat die laufende Neuausweisung von Bau- und Gewerbegebieten auf die Altstadt?

Glaubt wirklich einer ernsthaft, ein Bewerber wagt den Sprung in die Selbstständigkeit, nur weil er für ein Jahr eventuell (der Stadtrat will dies ja im Einzelfall im geschlossenen Kämmerchen und nach Eröffnung des Ladens entscheiden) ein paar Euro Mietzuschuss erhält? Wem kommt der Zuschuss eigentlich letztendlich zu Gute: dem Mieter oder nicht doch dem Vermieter? Nachdem der Laden bereits „laufen“ muss – hat man da nicht eher nur einen Mitnahmeeffekt? Wäre es nicht sinnvoller, anstatt indirekt Geld an Geschäftshauseigentümer zu zahlen, dem neuen Unternehmer geringere Steuern abzuverlangen?

Die Äußerung Hegweins zeigt im Übrigen etwas, was man auch bei anderen Projekten beobachten konnte: man spricht vom Geld der Stadt. Irrtum! Jeder Cent ist Steuergeld, also Bürgergeld! Schon vergessen: auch Deutschland hat eine unvorstellbar hohe Staatsverschuldung – wo kommt die wohl her?

Wenn die Stadt ihren derzeitigen Steuergeldüberschuss nicht für schlechte Zeiten sparen möchte, wie wäre es dann mit einer Sanierung der „Hubbelpisten“ Pfarr-, Pförtlein-, Plochmann-, Lange Gasse? Dort kann man derzeit beim Radeln gleich die gekaufte Sahne schlagen.

Peter Janitz
97342 Obernbreit

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