Kitzingen

Leserforum: Verärgert über Unterstellung

Die ÖDP und Herr Pauluhn fordern von der Stadt Kitzingen, dass sie alle ihre verpachteten landwirtschaftlichen Flächen zum 30. Juni dieses Jahres kündigt, damit die Flächen dann zum 1. Januar 2020 an neue Pächter, am liebsten Ökobetriebe, verpachtet werden können.
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Zu "Glyphosat: ÖDP fordert Kündigung aller Pachtverträge" vom 11. Juni über das Wortgefecht im Kitzinger Stadtrat erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.

Die ÖDP und Herr Pauluhn fordern von der Stadt Kitzingen, dass sie alle ihre verpachteten landwirtschaftlichen Flächen zum 30. Juni dieses Jahres kündigt, damit die Flächen dann zum 1. Januar 2020 an neue Pächter, am liebsten Ökobetriebe, verpachtet werden können.

Was mich wirklich ärgert, hier wird unterstellt dass die Landwirtschaft generell Glyphosat einsetzt, welches angeblich so giftig ist. In meinem Kollegenkreis spritzen dieses Mittel sehr wenige Landwirte. Wer einmal recherchiert, weiß das dieses Glyphosat 1950 von einer Schweizer Firma erstmals synthetisiert wurde, 1960 wurde es dann als Stoff zur Wasserenthärtung (!) geprüft, bis es dann 1970 von Monsanto als Totalherbizid weiterentwickelt und patentiert wurde unter dem bekannten Namen „Round up“.

Wer noch genaueres über diese Thematik wissen will, kann sich gerne an das unabhängige Institut für Pflanzenschutz, Abt. Herbologie, in Freising-Weihenstephan wenden.

Ich habe seit ca. 15 Jahren 1,2 ha Acker von der Stadt Kitzingen gepachtet. Diese Flächen wurden  von mir seit zehn Jahren weder gedüngt, noch mit irgendetwas gespritzt, sondern als Blühflächen, bzw. Grünland bewirtschaftet, also lange bevor von vielen der Artenschutz als wichtig in den Fokus gerückt ist.

Deshalb ärgere ich mich maßlos, weil wir Landwirte wieder einmal alle über einen Kamm geschoren werden! Danke ÖDP und Herr Pauluhn! Ich diskutiere gerne mit Ihnen über unsere Umwelt, denn gerade wir Landwirte hängen an der Natur, aber es muss dann auch sachlich fair geschehen und keine Wahlwerbung daraus entstehen!

Aus dem Verwaltungsrecht ist bekannt, ein Pachtvertrag kann nicht einfach so gekündigt werden, selbst wenn der Pächter Glyphosat einsetzen würde, da es in Deutschland ein noch zugelassenes Mittel ist. Die Deutsche Bundesbahn ist übrigens der größte Verbraucher von Glyphosat in der Deutschland.

Rudolf Sattes
97318 Kitzingen-Hohenfeld

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