Kitzingen

Leserforum:Überholte Faschingsleitkultur

Selbst wenn "Faschingsakademikern" 475 000 Euro wenig erscheinen, finde ich Herrn Heerleins Kritik am generösen Umgang mit öffentlichen Mitteln berechtigt. Zumal die Stadt sich schon bei früheren Spielzügen im „Fastnachtsmonopoly“ fürsorglich zeigte und genaugenommen Ausbau und laufenden Betrieb einer „Konkurrenz“ zum Städtischen Museum begünstigt.
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Zur Diskussion um städtische Zuschüsse für Fastnachtsprojekte vom 25.06 und 5.07. erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.

Selbst wenn "Faschingsakademikern" 475 000 Euro wenig erscheinen, finde ich Herrn Heerleins Kritik am generösen Umgang mit öffentlichen Mitteln berechtigt. Zumal die Stadt sich schon bei früheren Spielzügen im „Fastnachtsmonopoly“ fürsorglich zeigte und genaugenommen Ausbau und laufenden Betrieb einer „Konkurrenz“ zum Städtischen Museum begünstigt.

Wiegt die kommunale Mitgliedschaft im Vorstand einer privaten Stiftung wirklich jeden denkbaren Interessenkonflikt auf? Dabei wären die „Kleckerlesbeträge“ der Kommune vielleicht gar nicht nötig gewesen. Flossen doch aus weiteren steuer- und beitragsfinanzierten Töpfen sattere Summen ins Karnevalswesen und trugen so zur Vermögensschonung und Vermögensmehrung von Faschingsorganisationen bei, die zum Teil noch nicht einmal ihren Sitz in Kitzingen haben.

Das örtliche Bauhandwerk und die Bürger profitieren auch, wenn Kitzingen sinnvoll in den sozialen Wohnungsbau, statt in Nischenbereiche bisweilen fragwürdiger – und nun sogar akademisch überhöhter Freizeitlustbarkeiten investiert. War es noch zeitgemäß die vorgebliche kulturelle Hegemonie eines heute von Beliebigkeit, früher mittelalterlich-christlich und vor einiger Zeit sogar spießbürgerlich bis völkisch geprägten „Brauchtums“ zu fördern und eine überholte „Faschingsleitkultur“ zu stützen, während zeitgleich Duschen im Notwohngebiet als verschwenderischer Luxus galten?

Manfred Ruppert
97340 Segnitz

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