MARTINSHEIM

Leserforum: Renditestreben im Vordergrund

Zum Artikel „Windkraft seit sieben Jahren Thema“ vom 30. Januar:
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Natürlich könnte sich Martinsheim ganz anders zum Regionalplanentwurf äußern. Etwa so wie Willanzheim, das konsequent Windradplanungen ablehnte und windradfrei bleibt. Oder die Vorgaben des Chefplaners der Regierung aufnehmen, der bereits 2010 vorschlug, alle Gebiete im südlichen Landkreis Kitzingen zu streichen.

Die Mehrzahl der Martinsheimer Gemeinderäte und der Bürgermeister kennen nur einen Weg in ihren Beschlüssen: Stationierung auf WK 23 und WK 37. Selbst ein Berufen auf demokratische Werte birgt einen faden Beigeschmack: Auf Einsprüche seitens der Bürgerschaft wird nicht eingegangen.

Die Folgen kann man bereits um Martinsheim sehen: „Menschenverachtender Windwahn zerstört Deutschland“, pflegt Freiherr von und zu Guttenberg diese Zustände zu charakterisieren.

Da spielt die einzigartige Landschaft des Vorlandes zum Steigerwaldtrauf, Gesundheitsbeeinträchtigung der Anwohner durch Infraschall, Wertverluste ihrer Immobilien, Schutz von Flora und Fauna und geringe Windhöffigkeit im Schwachwindgebiet keine Rolle mehr.

Der Karlsruher Meteorologe Bernhard Mühr sieht eine Windabschwächung in den vergangenen fünf bis sieben Jahren, laut Umweltministerium Stuttgart kann eine Schwankung von 30 Prozent auftreten. Die Angaben des bayerischen Windatlas sind ungenau: 100 Meter weiter können andere Windverhältnisse sein. Eine exakte Windmessung wird vom Betreiber abgelehnt.

Ganz deutlich stehen blindes Renditestreben und Gewinnmarchen im Vordergrund. Seit Prokon ist aber klar, was sich in der Branche abspielt. Nach Auswertung von 1150 Jahresabschlüssen haben die Anleger nach Aussagen eines Windlobby-Verbandes in 2002 bis 2011 Ausschüttungen erhalten von durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr.

Ja, rund die Hälfte aller kommerziellen Windparks liefen so schlecht, dass Anleger froh sein könnten, nach 20 Jahren ihr Kapital zurückzuerhalten.

Ob die Verpächter und Teilhaber wissen, auf was sie sich da einlassen?

Albrecht Moreth 97342 Obernbreit

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