PRICHSENSTADT

Leserforum: Patientenwohl bleibt beim Ärztestreit auf der Strecke

Es ist ein Armutszeugnis, das sich die Stadt Prichsenstadt da durch ihr unnachgiebiges Verhalten im Streit um die Mieterhöhung für die Praxis der Allgemeinärzte ausstellt.
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Es ist ein Armutszeugnis, das sich die Stadt Prichsenstadt da durch ihr unnachgiebiges Verhalten im Streit um die Mieterhöhung für die Praxis der Allgemeinärzte ausstellt.

Man gewinnt den Eindruck, dass Kompromissfähigkeit nicht zu den herausragenden Tugenden dieses Bürgermeisters und seines Stadtrats gehört. Sind sich die Beteiligten denn eigentlich in letzter Konsequenz darüber im Klaren, was es für Prichsenstadt und seine Bürger bedeutet, wenn die Ärzte tatsächlich nach Wiesentheid abwandern? In einer Zeit, in der überall ein Hausärztesterben in ländlichen Regionen zu beobachten ist, verspielt die Stadt mutwillig die Chance, zwei fähige Allgemeinmediziner hier im Ort zu halten und somit dafür zu sorgen, dass der immer älter werdenden Bevölkerung des Ortes fußläufig eine Arztpraxis zur Verfügung steht.

Aber man muss sich schon auch fragen, welche Beweggründe die Ärzte für ihr Vorgehen haben. Man gewinnt nach Lektüre der in dieser Zeitung abgedruckten Artikel den Eindruck, dass es den Ärzten ebenfalls nicht wirklich um einen Kompromiss und damit um das Wohl ihrer Patienten geht, sondern eher darum, ihren Kopf durchzusetzen, notfalls zum Leidwesen der ortsansässigen Bevölkerung. Der Erwerb eines Grundstücks in Wiesentheid und der Bau einer Arztpraxis dürfte doch nicht allen Ernstes billiger kommen als die Anmietung der bereits hergerichteten Räumlichkeiten, auch wenn dies zu einem höheren als dem bisherigen Mietzins erfolgt. Für mich ist ein solches Verhalten ebenso zweifelhaft und im Grunde verantwortungslos wie das der Stadt Prichsenstadt.

Cornelia Wingler 97357 Prichsenstadt

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