Denk' ich an Nordheim in der Nacht,/ dann bin ich um den Schlaf gebracht./ Ich kann nicht mehr die Augen schließen,/ weil schwere Laster durch des Städtchens Straßen fließen“. (In Anlehnung an Heinrich Heines Gedicht „Nachtgedanken“ von 1848

Mit Sorge verfolgen wir ein sogenanntes „Zukunftsszenario“, nach dem in der Nordheimer Au der Abbau von Sand und Kies in wohl schon ziemlich konkrete Erwägung gezogen wird. Auch wenn die Firma LZR nach eigenem Bekunden (noch) keinen Grund zur Eile sieht. Dennoch, wehret den Anfängen. Die Sorgen und Bedenken vieler Nordheimer Bürger zum LZR-Vorhaben verstehen wir sehr wohl! Ja, wir teilen sie sogar!

Wenn es denn so kommt, wie es befürchtet wird, dann ist es wohl vorbei mit der gelassenen Lebensfreude, die hier auf der Weininsel wohnt (lt. Eigenanspruch im Nordheimer Internetauftritt). Und sicher wird dann auch das schwere Pfund, mit dem Nordheim bislang wuchern kann, der (Wein-) Tourismus, ein gutes Stück weit auf der Strecke bleiben.

Wir appellieren auf diesem Weg an alle politisch Verantwortlichen in sämtlichen Gremien auf allen politischen Ebenen: Soweit Sie mit der Sache Sand- und Kiesabau in der Nordheimer Au befasst und/oder entscheidungsfindend beteiligt sind, wägen Sie gut, mit Bedacht und gesundem Augenmaß ab, was für das fränkische Kleinod Nordheim der langfristig bessere Weg ist. Die Narben in der Natur werden wegrenaturiert, die Narben in fränkischer Tradition und degeneriertem Tourismus werden wohl erheblich länger bleiben.

Und zum Schluss an die Adresse der LZR, es sei ein Blick in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland anempfohlen. Heißt es doch dort in Artikel 14, Satz 2 „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich der Allgemeinheit dienen.“ Einfache Worte, aber mit viel Sinn.

Elke Busch-Schwalm Wolfgang Schwalm 65830 Kriftel/Hessen