Volkach

Leserforum: Geld für Treppe ist Verschwendung

Zu "Der rote Schienenbus rollt wieder" vom 30.4. zum Saisonstart der Mainschleifenbahn:
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25 000 Euro, das sind in den Augen eines Volkacher Stadtrats bei einem Haushaltvolumen von weit mehr als 20 Millionen Euro, lediglich Peanuts. Diese Aussage soll ein Gremiumsmitglied sinngemäß getätigt haben anlässlich der seinerzeitigen Beschlussfassung zur Auftragsvergabe für die im besagten Artikel angesprochene Treppe in Metallversion direkt neben dem ehemaligen Schrankenwärterhaus an der Astheimer Mainbrücke.

Angesichts einer solchen Auffassung, den permanent klammen Stadtsäckel und, beispielhaft, die mehr als im Raum stehende Freibadschließung im Hinterkopf, könnte einem Bürger dieser Kommune leicht der Kamm schwellen.

Um eines klarzustellen: Mein allergrößter Respekt gilt Menschen, die sich für die Belange anderer einsetzen und ehrenamtlich oder aber auch für eine geringe Aufwandsentschädigung ihre Freizeit opfern. Insbesondere die Mitglieder des Stadtrats müssen sich mit Sicherheit in erster Linie Beschwerden und seltener ein verdientes Lob anhören. So leider auch in diesem Fall.

Ich kann die Notwendigkeit dieser Treppe einfach nicht erkennen, zumal sie vermutlich für die seltenen Flusskreuzfahrer, Nutzer der wenigen Wohnmobilstellplätze und vereinzelt parkender Autos am Astheimer Mainufer gedacht sein dürfte. Ein Astheimer wird diese Treppe im Normalfall jedenfalls nicht gebrauchen. Unmittelbar von besagter Anlegestelle und Stellplätzen aus führt eine relativ wenig befahrene Straße direkt zum Bahnhaltepunkt. Ein auf dieser Straße durch eine weiße Linie abgetrennter Fußweg wäre um ein Vielfaches billiger und auch für mitgeführte Fahrräder geeigneter gewesen als eine Treppe. Zudem hätte das Ganze einen einigermaßen behindertengerechten Anschein erhalten, was man von der neuen Treppe definitiv nicht behaupten kann.

Für sportliche Benutzer der Parkplätze bietet sich ein Fußmarsch über 200 Meter unter der Mainbrücke hindurch an. Dort wartet der im Rahmen des Brückenneubaus gefertigte Fuß- und Radweg sowie darüber eine weitere Treppe. Beide führen hoch zur Straße, an deren gegenüberliegenden Seite besagter Bahnhaltepunkt liegt. Stimmt, man muss die Fahrbahn überqueren, die allerdings glücklicherweise mit einer extra für Fußgänger installierten Verkehrsinsel bzw. einem Fahrbahnteiler aufwartet, so dass ein gefahrloses Überqueren jederzeit möglich erscheint.

Mir persönlich erschließt sich der Sinn dieser Treppe jedenfalls nicht und der Aussage des oben angesprochenen Stadtrats zum Trotz wäre dieser Schildbürgerstreich in meinen Augen zumindest ein Fall für das Schwarzbuch der Steuerzahler.

Peter Fuchs                                                                                             

97332 Volkach

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