Wiesentheid

Leserforum: Entschieden Widerstand leisten

Seit Monaten ist das geplante Bauvorhaben „Salatfabrik“ in Wiesentheid und Umgebung im Gespräch.
Artikel drucken Artikel einbetten

Zu "Patt beim neuen Standort der Salatzucht" vom 11. Mai zur Bauvoranfrage eines holländischen Gartenbauunternehmens für ein Salatgewächshaus auf Wiesentheider Gemarkung erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.

Seit Monaten ist das geplante Bauvorhaben „Salatfabrik“ in Wiesentheid und Umgebung im Gespräch.

Auch wenn jetzt ein Alternativstandort diskutiert wird, wären die negativen Auswirkungen, wie Flächenversiegelung, Landschaftsverschandelung, Artenverlust, zu hoher Energie- und Wasserbedarf, Überbeanspruchung der gemeindlichen Wasserversorgung und Lichtverschmutzung, meines Erachtens nicht ausgleich- und hinnehmbar. Beim neuen Standort kommt noch dazu, dass es keine verkehrstaugliche Anbindung gibt und dass das Naherholungsgebiet „Michelheide“ massiv beeinträchtigt würde.

Das Vorhaben hat auch – überörtlich gesehen – negative Auswirkungen: Regionale Gärtnereien, zum Beispiel in Albertshofen, Segnitz, Sennfeld/Gochsheim und im „Nürnberger Koblauchsland“, würden dadurch eine so starke Konkurrenz bekommen, dass die Betriebe in ihrer Existenz gefährdet wären.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass die holländische Betreiberfirma die Ansiedelung bereits 2016 in Stockhum in Nordrhein-Westfahlen versucht hat. An der dort genannten Investitionssumme von 30 Millionen Euro kann man erahnen, was auf uns zukommen könnte, wenn wir nicht entschieden Widerstand leisten.

Profite aus dem Projekt ziehen nur der Grundstückeigentümer und die Betreiberfirma. Das öffentliche Allgemeinwohl und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sollten doch eindeutig Vorrang vor privaten Interessen haben.

Deshalb ist es für mich und die meisten meiner Mitmenschen unverständlich, warum dieses Vorhaben nach dem Bundesbaugesetzbuch „privilegiert“ sein soll. Das Vorhaben hat überhaupt nichts mit dem politischen Ziel in Bayern, die bäuerliche Landwirtschaft zu erhalten und stärken, zu tun. Es widerspricht auch den Grundsätzen der von der Staatsregierung beschlossenen Änderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes infolge des erfolgreichen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“.

Bisher haben sich bereits über 1000 Mitbürger von Wiesentheid mit ihrer Unterschrift gegen diese gigantische „Salatfabrik“ ausgesprochen.

Norbert Schneider
97353 Wiesentheid                                                                                                                 

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.