GRÄFENNEUSES

Leserforum: Den Schulbegleitern mehr Aufmerksamkeit widmen

Zu „Immer mehr Kinder suchen Hilfe“ vom 4. Juli über die stetig steigenden Kosten der Jugendhilfe:
Artikel drucken Artikel einbetten

Ich habe den Artikel von Bernd Adler über die Aufgaben und Arbeiten des Jugendamtes gelesen. Dieser war informativ und auch erschreckend, was sich in vielen Familien und an den Schulen abspielt. Ich arbeite seit zwei Jahren als Schulbegleiterin an einer Grundschule und auch dort sind Gewalt und Konflikte an der Tagesordnung. Herr Adler erwähnte in dem Artikel auch kurz die Schulbegleiter. Ich möchte mit diesem Brief darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Schulbegleiter sind und es schade ist, dass ihnen immer noch viel zu wenig Bedeutung und Aufmerksamkeit zukommt. Ein guter Schulbegleiter, der sich für diese Tätigkeit entscheidet, hat dies aus Überzeugung gemacht. Ein Schulbegleiter unterstützt nicht nur das Kind, für das er eingestellt und bezahlt wird. Nein, er hilft, unterstützt und löst kleine Konflikte innerhalb der Klasse. Er ist eine große Hilfe für Lehrkraft und die Schule insgesamt. Das Gewaltpotenzial an Schulen nimmt immer mehr zu und eine Klasse mit 25 bis 30 Schülern, darunter Integrationskinder, Flüchtlingskinder und auffällige Kinder (ADHS, Lernschwächen, soziale Empfindungsstörungen) ist für eine Lehrkraft nicht zumutbar. Ein Schulbegleiter, der zwar als Hilfskraft geführt wird, kann hier ganz entscheidend mitwirken, dem Ganzen entgegenzukommen. Es fehlen eh sehr viele Lehrkräfte und es ist wirklich Zeit, dass hier die Politik konsequente Maßnahmen ergreifen muss. Die Schulbegleiter sollten auf jeden Fall eine arbeitsgerechte Fortbildung erhalten, die die Aufgaben und Pflichten dieser Tätigkeit beinhaltet. So können sie viel besser die Lehrkräfte und Schüler unterstützten. Auch über die Bezahlung sollte eine Lösung gefunden werden. Außerdem wäre es sinnvoll, dass die Schule (Lehrkräfte und Rektorin, Schulamt) maßgeblich entscheidet, ob der Schulbegleiter eine Bereicherung für die Schule ist. Tatsache ist, dass die Schulbegleiter in Zukunft mehr Aufmerksamkeit für diese verantwortungsvolle und vertrauensvolle Tätigkeit bekommen und als wertvolle Arbeitskraft angesehen werden.

Für die Zukunft wäre zu wünschen, dass nicht nur Kinder, die es alleine nicht schaffen, dem Schulalltag gerecht zu werden, ein Schulbegleiter zusteht. Nein, es sollte pro Klasse ein Schulbegleiter für diese Kinder als zusätzliche Kraft eingestellt werden. Denn ein Schulbegleiter sitzt nicht nur in der Klasse und schaut dem Unterricht zu, nein, er hilft wo er kann, hört sich Sorgen und Probleme an, löst kleine Konflikte und entlastet somit die Lehrkraft.

Die Kinder sind unsere Zukunft und wenn wir alle gut miteinander arbeiten, wird uns vieles gelingen, was manche für unmöglich halten.

Barbara Mahr 96160 Gräfenneuses

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.