Nordheim

Leserforum: Braucht Nordheim wirklich ein neues Baugebiet?

Zu "Knappe Mehrheit stimmte für Baugebiet" vom 4. September erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:
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Zu "Knappe Mehrheit stimmte für Baugebiet" vom 4. September erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

Braucht die Gemeinde Nordheim wirklich ein neues Baugebiet und warum gerade "Am Kreuzberg"? Sowohl in Richtung Volkach (Bundeswehr) als auch Richtung Sommerach sind Flächen außerhalb der Ortsgrenzen bereits bebaut. Warum also noch mehr "Flickenteppich"? Außerdem haben wir aktuell mindestens 40 freie Bauplätze im Ort. Plus ein nicht geringer Leerstand, der sich in den nächsten Jahren noch vergrößern wird, was absehbar ist. Angesichts der Diskussion um aussterbende Ortskerne und Flächenfraß ist eine weitere Flächenversiegelung – noch dazu in einem weinbaulichen "Filetstück" bezüglich Lage und Bodenqualität – alles andere als zeitgemäß.

Hinzu kommt: Über die entstehenden Kosten wird die Bevölkerung nicht informiert. Zusätzlich zu den Kosten für Grundstückserwerb und Erschließung, Straßenbau und Kanalisation wird der geplante 15 Meter breite Graben mit Wall, der statt der heutigen Schlammmauer als Überschwemmungsschutz dienen soll, ein stolzes Sümmchen verschlingen. All diese Kosten trägt jeder einzelne Nordheimer.

Mit 7:6 Stimmen fiel die Entscheidung pro Neubaugebiet denkbar knapp aus. Wer profitiert also davon, ein Neubaugebiet um jeden Preis durrchzudrücken? Und warum findet keine Kommunikation mit den Anwohnern und Besitzern von Grundstücken im fraglichen Gebiet statt, geschweige denn eine umfassende Information der Bevölkerung? Anfragen nach Gesprächen werden ausweichend oder schlicht nicht beantwortet. Die Gemeinde behauptet, alle Grundstückseigentümer bis auf uns hätten einem Verkauf bereits zugestimmt. Tatsache ist jedoch, dass die Besitzer eines Großteils der Fläche nicht verkaufsbereit sind.

Wer nicht mit den Betroffenen – und das sind alle Nordheimer – redet, muss sich über Gegenwind nicht wundern. Und dass Dorfbelebung und Schaffung von Wohnraum auch anders geht, ist in dem Artikel vom 6. September "Warum Gemeinden neue Baugebiete vermeiden" sehr schön nachzulesen.

Anita und Ernst Molitor
97334 Nordheim

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