Der Bericht beschreibt die Geschehnisse in Prichsenstadt als den Kleinkrieg zweier Personen. Die eine ist der Bürgermeister von Prichsenstadt. Dass die zweite Front neben Hotelbesitzer Gebert aber weitere 3200 Betroffene – nämlich alle Bürger Prichsenstadts – hinter sich vereinen will, ist leider nicht zu lesen. Das mehr als drei Millionen Euro teure Projekt Kanalsanierung Großgemeinde Prichsenstadt trifft jeden der Prichsenstädter, wenn erst einmal die Gebührensätze neu berechnet sind – und die sollen mindestens 2,50 Euro höher sein als heute!

Wie kommt es zu jener Entwicklung? Man hätte sie vermeiden können. Man hätte mit den Anliegern sprechen sollen – bis heute hat es keiner getan. Und wenn, dann sind die Fragen nach Lug und Trug heute aktueller als je zuvor.

Man hätte den Betroffenen das Gefühl vermitteln sollen, dass man ihnen die Wahrheit sagt und maßvoll mit ihrem Geld umgeht. Man hätte ihre Einwände und Wünsche ernsthaft mit ihnen diskutieren müssen – und nicht hochnäsig vom Tisch wischen.

Wie kann es sich eine Verwaltung erlauben, ihren Bürger aus Maßnahmen, die ihn persönlich betreffen und zu finanziellen Leistungen verpflichten, in Sachen Information und Gesprächsbereitschaft auszuschließen (Kein Offenlegen von technischen Grundlagen aller Art)? Warum will man uns diese Unterlagen nicht zeigen? Sind sie so kompliziert, dass der Bürger sie falsch verstehen könnte? Oder sind sie so fragwürdig, dass selbst der Uninformierteste feststellen würde, dass man hier ohne Not und mit mangelnder Qualität einen Elefanten züchten will, wo es ein Elefäntchen auch tun würde?

Warum werden die Vorschläge der Anlieger nicht aufgegriffen, die statt 1,4 Millionen Euro städtisch veranschlagten Kosten nur rund 350 000 Euro Kosten verursachen würden – mit etwas Bereitschaft zu Kreativität und legaler Kompromissbereitschaft freilich? Wir können es nur vermuten. Weil halt keiner mit uns spricht. So müssen wohl wir sprechen.

Die Anlieger laden alle Bürger Prichsenstadts zu einer Gesprächsrunde zum Thema „gegen den Kanal- und Straßenwahn in Prichsenstadt“ ein, mit der Möglichkeit zur Gründung einer entsprechenden Bürgerinitiative, um dem Anliegen aller Bürger eine Stimme zu geben. Weil es alle betrifft!

Am Mittwochabend, 20 Uhr, in der Kirchgasse 9 – Hotelräume Celeprix hinter der Stadtmauer.

Werner Reuß 97357 Prichsenstadt

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