Kitzingen
Projekttag

Lesen und Lesen lassen

Lesetempel, Buchoase und Leseralley - das gab es beim Vorlesetag in Kitzingen.
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Gespannt lauschen die Kinder in der Buchhandlung  den Abenteuern von "Ronja  Räubertochter". Foto: Feiler
Gespannt lauschen die Kinder in der Buchhandlung den Abenteuern von "Ronja Räubertochter". Foto: Feiler
In der Kirche, der Buchhandlung, bei Polizei und Feuerwehr oder beim Bayerischen Roten Kreuz in Kitzingen. Überall dort hingen die Dritt- und Viertklässler der St. Hedwig Grundschule gespannt und aufmerksam an den Lippen der Erwachsenen, die ihnen Geschichten wie etwa "Ronja Räubertochter" und "Räuber Hotzenplotz" vorlasen.

Schüler lesen für Schüler

Die Erst- und Zweitklässler hingegen hörten den Mittelschülern zu, die extra deswegen in der St.Hedwig Grundschule vorbeischauten. Alles im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages, der in der Grundschule zu einem ganzen Projekttag ausgeweitet wurde. Das Motto lautete: "Lesen und Lesen lassen". Denn die Kleinen sollten am Freitag nicht nur anderen beim Lesen zuhören, sondern auch selbst zum Buch greifen. Dazu werden die Kinder ab sofort genügend Gelegenheit haben.

Dem Arbeitskreis Buch, der sich aus Lehrern und Elternbeirat zusammensetzt, sei Dank. Die riefen nämlich die Bücheroase und den Lesetempel ins Leben. Beides soll den Kindern das Lesen wieder nahe bringen, denn es wird immer weniger gelesen. Dem wollten besonders Barbara Lehnert und Stefanie Hüser vom Arbeitskreis Buch entgegen wirken. Das versuchen die beiden Elternbeirätinnen zu erreichen, indem sie sich sechs Wochen vor dem Projekttag vorbereiteten. Die letzten beiden Wochen gestalteten sich besonders intensiv. "Es kamen immer mehr Ideen dazu", erinnert sich Stefanie Hüser.

Lesetempel und Bücheroase

Die ganzen Einfälle wurden gesammelt und nahmen mit der Bücheroase und dem Lesetempel Gestlat an. Die Bücheroase ist ein Bereich im Gebäude der Grundschule, den die Kinder jederzeit, besonders aber in der Pause aufsuchen können.
Dagegen hat der Lesetempel feste Öffnungszeiten und ist damit die neue Schulbücherei. Zwar hatte die St.Hedwig Schule eine Bücherei, allerdings war die mittlerweile "verstaubt", wie sich Hüser ausdrückt. Betreut wird der Lesetempel entweder von Mitgliedern des Arbeitskreises Buch oder von Lesepaten. Die Kinder können von dort auch Bücher ausleihen und mit nachhause nehmen. St. Hedwig hat also endlich wieder eine richtige Bücherei.
Dort durften die Schüler in die Geschichten der mittlerweile 250 Bücher eintauchen und schwelgen. "Für manche der Kinder ist das neu", weiß Barbara Lehnert. Sie wurde von einem Kind gefragt, ob das Ausleihen Geld kostet. Andere Kinder wiederum haben sich sofort zurecht gefunden mit der Situation. "Ich habe beobachten können, wie ein Mädchen ihren Mitschülerinnen vorlas", berichetet Barbara Lehnert.

Der Großteil der Bücher kam neu dazu: 200 Bücher wurden von Eltern anlässlich der Vorlesetages gespendet. Dafür sind Konrektor Dr. Klaus Aschrich, Barbara Lehnert und Stefanie Hüser sehr dankbar. Hätte jeder Schüler mehr als ein Buch mitgenommen, wäre die Bibliothek jetzt leer. "Wir mussten drauf achten, dass die Kinder nicht zu viele Bücher ausleihen, sonst wären keine Bücher mehr für andere übrig geblieben.", meint Stefanie Hüser.
Wer also der Schule Bücher überlassen will, kann diese beim Sekretariat abgeben. Denn trotz der vielen bisherigen Spenden: Noch mehr Bücher wären natürlich viel besser, findet Barbara Lehnert: "Bei manchen Kindern ist das ausgeliehene Buch dann das einzige zuhause. Das ist schade, denn Lesen ist wie auf Wolken schweben."
Dieses Gefühl sollen besonders Kinder mit Migrationshintergrund erfahren. Speziell die zeigten sich von der Aktion in der Grundschule sehr begeistert und viele von ihnen liehen sich Bücher aus.

"Das Ziel ist Spaß am Lesen", betont Barbara Lehnert.

Das dürften sie und der Arbeitskreis Buch erreicht haben. Nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Einzelhändlern in Kitzingen, bei der Polizei, der Feuerwehr und dem Roten Kreuz. Denn diese waren alle Stationen bei der Leseralley, an der die Dritt- und Viertklässler teilnahmen. Dabei mussten die Kinder in den Schaufenstern der verschiedenen Geschäfte in Kitzingen Buchstaben finden, die richtig zusammengesetzt ein Lösungswort ergaben. Später wurde der Gewinner der Ralley ausgelost und gewann einen Büchergutschein der Buchhandlung Schöningh.

Dort freuten die Verkäuferinnen sehr über die große Begeisterung der Kinder. Auch alle anderen Beteiligten waren von der Aktion hingerissen. "Die Kinder haben den Händlern den Vormittag versüßt", weiß Stefanie Hüser, denn sie hat sich nach dem Projekttag bei den Geschäften bedankt und nur positive Resonanz erhalten. "Viele wollen auch nächstes Jahr mitmachen. Und die Kinder hatten am meisten Spaß, alle fanden es super."

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