NÜRNBERG/KITZINGEN

Leoni: Trennung von der Kabelsparte

Der Kabelspezialist und Autozulieferer Leoni trennt sich von seiner Draht- und Kabelsparte. Die Zentrale dieser Sparte ist in Kitzingen.
Artikel drucken Artikel einbetten

Der Kabelspezialist und Autozulieferer Leoni treibt seinen Umbau voran. Um wieder in die Spur zu kommen, will sich das fränkische Traditionsunternehmen von seiner Draht- und Kabelsparte (WCS) trennen, wie Leoni am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Neben einem kompletten Verkauf der Sparte kämen auch ein Anteilsverkauf oder ein Börsengang des Segments in Betracht. Künftig will sich der SDax-Konzern auf die Weiterentwicklung des zwar deutlich größeren, aber zuletzt klar defizitären Bordnetzbereichs (WSD) konzentrieren. Dessen wichtigster Kunde ist die Autoindustrie. Die Zentrale dieser Sparte ist in Kitzingen.

Leoni sehe momentan nur sehr wenig Synergien zwischen der Kabel- und Bordnetzsparte, teilte der Konzern mit. Eine endgültige Entscheidung, ob es zum Komplett-, Anteilsverkauf oder Börsengang der Kabelsparte kommt, stehe noch aus.

Ungeachtet dessen sollen beide Unternehmensbereiche von der Trennung profitieren, sagte der seit September vergangenen Jahres amtierende Leoni-Vorstandschef Aldo Kamper. Es würden zwei klar fokussierte Geschäftsbereiche geschaffen.

Leoni leidet wie viele weitere Zulieferer unter der schwächelnden Automobilindustrie und hat zudem mit hausgemachten Problemen zu kämpfen. So funktionierte etwa der Anlauf im neuen Werk im mexikanischen Merida nicht wie geplant und kostet den Konzern Dutzende Millionen Euro. Nach mehreren Gewinnwarnungen will der Vorstandschef mit einem Sparprogramm bis 2022 die Kosten um 500 Millionen Euro jährlich senken. Insgesamt sollen 2000 Stellen wegfallen, davon 500 in Hochlohnländern wie Deutschland. Weltweit beschäftigt Leoni mehr als 90 000 Mitarbeiter. (dpa)

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.