WÜRZBURG

Leonberger Hündin muss an die Leine

Ein Mann klagte vor dem Würzburger Verwaltungsgericht gegen den Leinen- und Maulkorbzwang für seinen Hund. Das hat jetzt entschieden.
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Strafrecht (Symbolbild)
Strafrecht (Symbolbild) Foto: Boris Roessler (dpa)

Ein Hund ist des Menschen bester Freund, heißt es. Doch nicht immer gehen Begegnungen zwischen Mensch und Tier reibungslos vonstatten. Nun zeigt eine Klage, mit der ein Hundehalter vor dem Würzburger Verwaltungsgericht gescheitert ist, wie hoch inzwischen die Gerichte das Sicherheitsbedürfnis insbesondere von Kleinkindern und älteren Menschen gegenüber dem natürlichen Drang eines Tieres, freizulaufen, einstufen. Die Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit hatte einen Leinen- und Maulkorbzwang gegenüber dem Hund der Rasse Leonberger verhängt.

Das Urteil fällt überraschend aus. Der Verteidiger der Verwaltungsgemeinschaft hatte während der Verhandlung auf Anregung des Gerichtes versucht, einen Kompromiss zu finden: Zunächst stand ein teilweiser Verzicht auf den Maulkorb-, dann auf den Leinenzwang im Raum. Beide Lösungen lehnte jedoch der Kläger ab. Insbesondere in einem Maulkorb sieht er einen Eingriff, die der Gesundheit des Hundes abträglich sei und das Wesen des Hundes negativ verändere. Auch auf eine abgegrenzte Freilaufzone konnten sich beide Parteien nicht einigen: Einen Weg am Main schloss die Verwaltungsgemeinschaft aus, da es sich hier um ein Naherholungsgebiet handele und Begegnungen mit Radfahrern und Joggern kaum zu vermeiden seien. Auch sei die Wohnbebauung zu nahe. Andere Gebiete hält der Hundehalter wiederum für ungeeignet, da hier das Terrain zu hügelig sei und es kein sauberes Wasser gebe.

Die Verwaltungsgemeinschaft hatte den Hundehalter dazu verpflichtet, den großen Hund, dessen Schulterhöhe über 50 Zentimeter liegt, innerorts sowohl an einer maximal drei Meter langen Leine mit einem Halsband, aus dem er nicht hinausschlüpfen kann, als auch mit einem Maulkorb zu versehen. Außerhalb der Ortschaft ist ihm Freilauf erlaubt, jedoch nur solange keine Begegnungen mit Menschen oder anderen Tieren möglich sind und der Halter den Hund rechtzeitig an die Leine nimmt. Damit sei gewährleistet, dass das Tier ausreichend Auslauf bekomme und so seinem natürlichen Bewegungsdrang nachkommen könne. Während der Verhandlung verwies der Verteidiger darauf, dass es Menschen gebe, die „verängstigt“ auf einen Hund reagierten, der auf sie zuläuft oder sie gar anspringt.

Ebendies war in den vergangenen Jahren mit der Leonberger Hündin sowie anderen Hunden des Mannes der Fall. Begründet hatte die Gemeinde die Auflagen denn auch damit, dass der große Hund, eine „ungebändigte Natur“ aufweise und bereits zu wiederholten Malen auffällig geworden sei. Von dem Hund gehe eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus. Unter anderem sei der unangeleinte Hund ohne konkreten Anlass aus dem Garten auf die Straße gestürmt, wo er eine Labrador-Hündin gebissen und sie dabei verletzt habe. Auch habe es zwischen 2010 und 2015 wiederholt Vorfälle gegeben, bei denen Hunde des Halters Personen oder andere Hunde gebissen hätten.

Für die Kosten des Verfahrens hat der Kläger aufzukommen.

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