Kitzingen

Lego-Residenz: Balthasar Neumann als bescheidenes Genie

Der Kitzinger Reinhold Dukat sorgte mit seinem Lego-Nachbau der Würzburger Residenz für Schlagzeilen. Ausruhen ist allerdings nicht angesagt - es gibt neue Pläne.
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Was für ein Werk: Rund 1000 Arbeitsstunden hat Reinhold Dukat in den Lego-Nachbau der Würzburger Residenz gesteckt. Foto: Patty Varasano

1000 Arbeitsstunden, bis zu zwei Millionen Lego-Steine: Reinhold Dukat hat die Würzburger Residenz mit Lego nachgebaut. Das Weltkulturerbe-Wahrzeichen steht im Maßstab 1:32 in seiner Kitzinger Wohnung.

 

Frage: Wie stellen Sie sich den Residenz-Architekten Balthasar Neumann vor?

 

Reinhold Dukat: Balthasar Neumann war ja eigentlich gar kein Architekt, zumindest konnte man das damals nicht studieren wie heute. Er war Kanonenbauer. Er muss aber geniale Fähigkeiten gehabt haben, weil er das Gewölbe über das Treppenhaus konstruierte. Er hat neben der Residenz noch viele andere Bauwerke in Deutschland als Baumeister betreut - Franken ist voll davon. Seine Baupläne zur Residenz waren so gut, dass drei nachfolgende Architekten diese trotz modernerer Einflüsse umgesetzt haben. Damit haben wir ein durchgehend einheitliches Bild über einen so großen Barockbau wie die Würzburger Residenz.

 

Was bewundern Sie an ihm?

 

Dukat: Er blieb trotz seiner großen Erfolge ein bescheidener Mann.

 

Was fasziniert Sie an der Residenz am meisten?

 

Dukat: An dem Gebäude ist der Barockstil sehr stark und einheitlich ausgeprägt. Die Größe des Gebäudes ist faszinierend, eigentlich viel zu groß für einen kleinen Fürstbischof. Da fragt man sich natürlich, woher das Geld kam. Aber Ludwig XIV. war ja nach dem Bau von Versailles auch pleite.

 

Ihr Lieblingsplatz in der Residenz?

 

Dukat: Mein Lieblingsplatz in der Residenz wäre auf dem Balkon über dem Haupteingang.

 

Haben Sie Ideen, was mit Ihrem Lego-Nachbau geschehen könnte?

 

Dukat: Denkbar ist, dass die Bayerische Schlösserverwaltung eine Ausstellung plant. Ich habe da aber leider noch keine Antwort erhalten. Ich könnte mir vorstellen, dass man an diesem Modell auch sehr gut Studien betreiben könnte, um den Barockstil und die fränkisch-bayerische Geschichte jungen Leuten näher zu bringen.

 

Wie haben bisher Freunde und Bekannte auf die Lego-Residenz reagiert?

 

Dukat: Bisher ist die Begeisterung ungebrochen. Man fragt sich, ob ich noch Zeit habe für meine Frau...

Als nächstes Projekt könnte ich mir vorstellen...

Dukat: ... als Gegenstück zur Residenz die Würzburger Marienfestung nachzubauen. Die Turmhauben allerdings sind ein Problem. Dann noch der Dom. Eine Traumachse. Das braucht allerdings Platz - dann müsste man das Mainfranken-Theater räumen.

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