Castell
Auszeichnung

Langmann ist Ehrenkommandant in Castell

Die Casteller warten mit einer Überraschung auf: Siegfried Langmann darf sich ab jetzt Ehrenkommandant nennen. Er stand 24 Jahre an der Spitze der Wehr.
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Auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderates wurde Siegfried Langmann zum Ehrenkommandanten der Casteller Freiwilligen Feuerwehr ernannt. Bürgermeister Jochen Kramer überreichte die Urkunde bei der Jahreshauptversammlung der Wehr am Samstagabend. Foto: Worschech
Auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderates wurde Siegfried Langmann zum Ehrenkommandanten der Casteller Freiwilligen Feuerwehr ernannt. Bürgermeister Jochen Kramer überreichte die Urkunde bei der Jahreshauptversammlung der Wehr am Samstagabend. Foto: Worschech
Von der Ehrung hat er nichts gewusst: "Da bin ich doch sehr überrascht, ich habe nichts mitbekommen", sagte der langjährige Kommandant der Casteller Freiwilligen Feuerwehr, Siegfried Langmann, bei der Jahreshauptversammlung der Wehr am Samstagabend in der Schützenstube des Feuerwehrgerätehauses, als er zum Ehrenkommandanten ernannt wurde. Bürgermeister Jochen Kramer überreichte unter langanhaltendem Beifall die Urkunde und dankte im Namen der Gemeinde für 24 Jahre an der Spitze der Wehr, "von 1988 bis 2012". Langmanns Nachfolger Stefan Gegner wartete mit der Ehrenschnur und einem Präsent auf.
Der "Feuerwehrmann aus Überzeugung", wie er bekannte, war schon 1972 als 14-jähriger der Jugendfeuerwehr beigetreten, zu der Zeit, als die ersten Jugendwehren gegründet wurden.
"Es fiel den Jungen damals auch leichter, zur Feuerwehr zu gehen, da es längst nicht so viele Angebote und Ablenkungen wie heutzutage gab", erinnerte er sich. "Außerdem war es für mich fast selbstverständlich, da auch mein Vater Kommandant war." Die Arbeit mit der Jugend und das Bestreben, immer genügend Aktive in den Reihen der Wehr zu haben, lagen ihm immer am Herzen. Er wurde erst Jugendwart und trat 1988 die Nachfolge von Helmut Gegner an, der ebenfalls 24 Jahre Kommandant war und auch zum Ehrenkommandanten ernannt wurde.
Der Anfang als Chef der Aktiven war nicht leicht, "weil es schon im ersten Jahr meiner Kommandantur einen Großbrand in Castell und weitere Einsätze gab. Das war schon ein intensives Jahr", so der Rückblick auf 1988. Worauf er in den ersten Jahren als Kommandant besonderen Wert legte? "Da gab es den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses, die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeugs und manche andere Neuerungen wie Atemschutz und technische Hilfeleistung", berichtet er von den Schwerpunkten in den ersten Jahren. Vergessen hat er auch nicht, dass es in Castell damals auch mehr Aktive gab. "Deswegen werde ich mich weiterhin in den Dienst der Wehr stellen und aktiv bleiben", gab er zur Freude der Aktiven bekannt.
Langmanns Nachfolger Stefan Gegner, seit einem Jahr in Amt und Würden, hatte einen ähnlichen Start wie sein Vorgänger, bab es doch im Dezember in Greuth einen großen Brand und acht weitere Einsätze, "die es teilweise in sich hatten". Dazu gehörte auch, dass die Feuerwehrler zu einem landwirtschaftlichen Unfall nach Wüstenfelden gerufen wurden, bei dem ihr Kamerad Hermann Weid das Leben lassen musste.
Zufrieden war Gegner mit dem Übungsbesuch, "und die Mitarbeit war sehr gut". Umsichtiges Handeln habe sich auch beim Brand in Greuth bewährt: "Das war der größte Brand seit langem und hat uns viel abverlangt".

"Eher schlechte Kommunikation"

Bei diesem Einsatz habe er sich von Führungskräften der Landkreisfeuerwehr etwas im Stich gelassen gefühlt, was an der "eher schlechten Kommunikation" gelegen habe "und daran, dass unsicher war, wie es weiter geht, als die Brandwache fällig wurde. "Da haben wir auf weitere Instruktionen gewartet". Die Kritik Gegners richtete sich auch an den Wiesentheider Feuerwehrkommandanten. Die Nachschau und Unterweisung der jungen Leute hätte nach Meinung Gegners vor der Abfahrt des Wiesentheider Kommandanten erfolgen müssen.
Da die Sirene bei besonders gut isolierten Häusern und ungünstigem Wind bei manchen Kameraden nicht zu hören ist, wurde im Dezember die zusätzliche Alarmierung per Handy eingerichtet, wobei sich Gegner bei Notfallseelsorger und Feuerwehrkamerad Pfarrer Hanjo von Wietersheim für die Organisation bedankte. Der Dank des Kommandanten galt auch der Gemeinde für die Mitfinanzierung neuer Schutzanzüge, die am 9. Februar ausgeteilt werden. Bis auf die Mannschaftsstärke, die verbessert werden muss, - "da müssen alle mithelfen" - fiel nach Aussage Gegners die Besichtigung der Feuerwehr zufriedenstellend aus. Er kündigte einen Erste-Hilfe-Kurs im Frühjahr an und informierte über den Wunsch der Kameraden auf eine jährliche Gemeinschaftsübung mit den Ortsteilwehren von Greuth und Wüstenfelden. Zudem werden weitere Leute mit Feuerwehr-Führerschein gesucht.
"Ich bin jederzeit kritikaufnahmefähig, aber die Aussagen sollten zeitnah erfolgen", meinte Kreisbrandrat Roland Eckert zu den Aussagen Gegners in Sachen "Brand in Greuth". Der KBR forderte dazu auf, sich gleich zu melden, "wenn der Schuh drückt, dann offen miteinander reden, da wir alle versuchen, das beste zu geben". Aus seiner Sicht sei der Einsatz gut gelaufen". Wenn es wie beim Brand in Greuth an die Grenze der Leistungsfähigkeit gehe, "passieren auch Missgeschicke und man erlebt Dinge, die nicht alltäglich sind", räumte Eckert ein. Er bot auch Nachbesprechungen eines Einsatzes an, "falls das gewünscht wird".
"Eines der härtesten Jahre für die Feuerwehr", bilanzierte Bürgermeister Kramer für 2012. Er bezeichnete den Einsatz in Wüstenfelden als "mit das Schlimmste, wenn es um einen toten Kameraden geht und man hilflos daneben steht". Wieder einmal habe sich im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Aktiven "hohe Anforderungen aushalten müssen, und beim Brand in Greuth hätte es noch schlimmer kommen können". Der Gemeindechef bekundete großen Respekt davor, "was da unter extremen Bedingungen geleistet wurde". Es habe sich ein weiteres Mal gezeigt, wie unverzichtbar die Feuerwehr ist, betonte Kramer.

"Hohe Kameradschaft"

Johannes Gegner, 1. Vorsitzender des Casteller Feuerwehrvereins, berichtete von verschiedenen Veranstaltungen und gab bekannt, dass der Verein 3400 Euro Zuschuss zu den neuen Schutzanzügen geben werde. Er hob die "hohe Kameradschaft" beim Brand und beim Aufräumen in Greuth heraus und übte ebenfalls Kritik daran, "dass es kein Miteinander der Wiesentheider Feuerwehr mit anderen Wehren gab, das muss noch verbessert werden".

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