Kitzingen

Landrätin: Klimaschutz ist "größte Aufgabe unserer Generation"

Landrätin Tamara Bischof zeigt sich bei ihrer Schlussrede vor dem Kitzinger Kreistag zufrieden mit dem Jahr 2019 – und nennt die Schwerpunkte für 2020.
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Auf einem guten Weg scheint die Mainschleifenbahn zu sein, hier die Haltestelle an der Astheimer Mainbrücke. Foto: Michael Mößlein
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Wäre der Landkreis Kitzingen eine Blume, könnte man es so sagen: Wächst, gedeiht und in voller Blüte – und wer vorbei kommt, schnuppert gerne mal daran. Das wäre dann in etwa die Übersetzung dessen, was Landrätin Tamara Bischof in ihrer Jahresschlussrede kürzlich vor dem Kitzinger Kreistag ausführte.

Noch einfacher gesagt: 2019 war für das Kitzinger Land ein gutes Jahr. Bischof verwies auf eine "äußerst niedrige Arbeitslosenquote von gerade einmal zwei Prozent". Durch die günstigen Bedingungen habe man im zu Ende gehenden Jahr über 13 Millionen Euro in Schulen, in die Sanierung der  Klinik Kitzinger Land und in den Straßenbau investieren können. Gleichzeitig wurde der Kreishaushalt weiter auf Vordermann gebracht; im siebten Jahr in Folge kam der Kämmerer ohne neue Schulden aus.

Während auf der einen Seite die Arbeitslosenzahlen und die Schulden sinken, steigt auf der anderen die Einwohnerzahl kontinuierlich an. Bevölkerungsschwund? Dieses Problem kennt das Kitzinger Land so gar nicht: Bischof rechnete vor, dass bei ihrem Amtsantritt im Jahr 2000 rund 88 900 Menschen im Landkreis lebten. Heute seien es 91 050 Einwohner. Kitzinge habe sich längst zu einem "Zuzugslandkreis" entwickelt, Baugrundstücke seien "ruck, zuck weg".

Platz 119 von 401

Noch mehr Statistik, über die man sich im Landratsamt freut: Unter 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland nimmt Kitzingen den 119. Platz beim Prognos-Zukunftsatlas, einer Art Wohlfühl-Ranking, ein. Im Ende August veröffentlichten Teilhabe-Atlas, der ebenfalls die  Landkreise vergleicht, werde Kitzingen als „erfolgreiche ländliche Region“ eingestuft, so die Landrätin.

Den Landkreis nachhaltiger machen – auch das habe 2019 im Fokus gestanden. In Marktsteft wird die Umweltstation des Landkreises  realisiert. Seit dem Herbst gibt es das Siegel „Fairtrade Landkreis“. Erstmals trugen die verschiedenen Fachstellen am Landratsamt ihre Maßnahmen zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zusammen. Hier werde man am Ball bleiben, versprach Bischof. Auch oder weil der Landkreis Kitzingen vergleichsweise wenig Wald habe, müsse man wegen der Schäden durch den Klimawandel den Umbau vorantreiben. Es sei zudem keine Frage, immer auch "die Sorgen und Nöte der Landwirte" im Auge zu behalten. Für die Landrätin steht demnach eines ganz klar fest: "Der Klimaschutz ist die größte Aufgabe unserer Generation!"

Deshalb komme auch dem ÖPNV ein größerer Stellenwert zu. Der sei ihr „lieb und teuer“, hob Bischof hervor. Gerade auf dem Land stehe man weiterhin vor besonderen Herausforderungen. Es gelte, "mit der einen oder anderen kreativen Idee zu punkten". Das werde allerdings "in Zukunft noch mehr Geld kosten".

"Umwelt- und bürgerfreundlich"

Man habe in diesem Jahr einige Buslinien im Landkreis "gut mit zusätzlichen Fahrten verstärkt". Voraussichtlich ab 2024 werde der Landkreis für den gesamten ÖPNV zuständig sein, den man "umwelt- und bürgerfreundlich" aufstellen wolle. Bis dahin soll auch ein Mobilitätskonzept ausgearbeitet werden.

"Ein wichtiger Baustein" sei in diesem Zusammenhang die Reaktivierung der Mainschleifenbahn in Volkach. Der Landkreis Kitzingen habe die Strecke bisher mit 233 000 Euro unterstützt. Start für die "neue" Mainschleifenbahn könnte aber frühestens 2025/26  sein.

Besonders bedankte sich Bischof bei den Ehrenamtlichen im Landkreis. Aktuell habe das Landratsamt 3341 bayerischen Ehrenamtskarten  ausgegeben, 71 Partner im Landkreis Kitzingen gewähren bei Vorlage der Karte Vergünstigungen.

Bischof wies zudem auf einen neuen Service am Landratsamt hin: eine Beratung rund um alle Fragen zum Thema Pflege. Es sei ihr eine Herzensangelegenheit gewesen, einen solche Beratungsstelle einzurichten.

Positives gibt es auch von der Klinik Kitzinger Land: Mit Ende dieses Jahres wird der erste Bauabschnitt beendet. Die veranschlagten Kosten wurde eingehalten, so dass "die Klinik gut vorbereitet in den zweiten Bauabschnitt  einsteigen kann". Dann gehe es vor allem um die OP-Säle und die Intensivstation. Mit dem Geburtshilfeförderprogramm sei dafür gesorgt, dass die rote Zahlen schreibende Gynäkologie weiter bestehen kann, so die Landrätin abschließend.

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