Damit hat der Landkreis einen Fürsprecher in Sachen Energieversorgung, Wasser und Abwasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Stadtreinigung. "Der VKU betreibt intensive Lobbyarbeit und berät Landkreise. Wir erhoffen uns weitere Informationen und einen Austausch mit weiteren Gebietskörperschaften", sagte Sachgebietsleiter Wolfgang Sandreuter in der Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und ÖPNV-Ausschusses des Kreistages.

"Die Privaten tun so, als könnten sie alles billiger und besser, aber das ist nicht immer der Fall", ergänzte Landrätin Tamara Bischof (Freie Wähler). Die Mitglieder des Umwelt-, Verkehrs- und ÖPNV-Ausschusses beschlossen einstimmig, dass der Landkreis dem VKU beitreten solle. Der Jahresbeitrag beträgt 1540 Euro.


Private Entsorger hoffen auf mehr Aufträge



Hintergrund der Entscheidung ist die Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und abfallrechts, die ab 1. Juni gilt. In diesem Zusammenhang hoffen private Entsorger darauf, mehr Aufträge zu bekommen. "Man will sich neue Bereiche erschließen - zu Lasten der Kommunen", sagte Sandreuter. Streitpunkte sind die Wertstofftonne und die Frage, wer sie leeren und den Inhalt verwerten darf. "Da wird viel diskutiert", sagte die Kreis-Chefin, "aber was unter unserer Hoheit läuft, ist wirtschaftlich." Es gebe aber keine Pflicht für den Landkreis, eine Wertstofftonne einzuführen.

Ebenfalls einstimmig beschlossen die Kreisräte, den Nutzerkreis für Windeltonnen auf Kinderkrippen zu erweitern. Eigentlich ist dies nach der bisherigen Satzung rechtswidrig. Deswegen wurde zuerst über eine Änderung der Satzung über die Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen im Landkreis Kitzingen abgestimmt.

Aktuell gibt es im Landkreis 26 Kinderkrippen, weitere 16 sind geplant. Sollte jede dieser Kinderkrippen eine Windeltonne zum vorhandenen Restabfallbehälter beantragen, so würde dies einen Gebührenausfall von rund 4606 Euro pro Jahr ausmachen. Seitens der Regierung von Unterfranken wird diese Mindereinnahme als vertretbar bewertet. lsa