Martinsheim

Landjugend begeistert zur Dorfkirchweih in Martinsheim

Am Kirchweihsonntag stand in Martinsheim der Umzug an, wie immer organisiert durch die Martinsheimer Landjugend. Dieser bestand zwar nur aus vier Wagen und einem mit Fußsohlen betriebenen gebastelten Feuerwehrwagen, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Wohl auch, weil der Feuerwehrwagen nicht mit Wasserschläuchen, sondern mit Bierfässern beladen war. Herbert Schmidt, einer der Bürger, die die Schlepper für die Umzugswagen zur Verfügung stellte, merkte an, dass es immer schwieriger werde, Schausteller mit kleinen Fahrgeschäften für eine Dorfkirchweih zu engagieren. Dieses Jahr mussten die Martinsheimer ohne auskommen.
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Den Umzug zur Kirchweih organisierte wie jedes Jahr die Martinsheimer Dorfjugend. Foto: Joachim Hofmann
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Am Kirchweihsonntag stand in Martinsheim der Umzug an, wie immer organisiert durch die Martinsheimer Landjugend. Dieser bestand zwar nur aus vier Wagen und einem mit Fußsohlen betriebenen gebastelten Feuerwehrwagen, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Wohl auch, weil der Feuerwehrwagen nicht mit Wasserschläuchen, sondern mit Bierfässern beladen war. Herbert Schmidt, einer der Bürger, die die Schlepper für die Umzugswagen zur Verfügung stellte, merkte an, dass es immer schwieriger werde, Schausteller mit kleinen Fahrgeschäften für eine Dorfkirchweih zu engagieren. Dieses Jahr mussten die Martinsheimer ohne auskommen.

Nach einer Runde durchs Dorf war die Ortsmitte Endstation des Umzugs, wo sich zahlreiche Martinsheimer  Bürger versammelt hatten, um der Kirchweihpredigt zu lauschen. Zwei Monate dauert die Vorbereitungszeit für eine Predigt. Zuerst muss Material gesammelt werden, dann die Geschichten, die für die Predigt in Frage kommen, in Gedichtform gebracht und schließlich gedruckt werden, so dass jeder Bürger für kleines Geld ein Heftchen der Predigt erwerben kann.

Vorkommnisse, die von den beiden Kirchweihpredigern Hannes Wagner und Michael Nagler in gebührender Weise durch den Kakao gezogen werden konnten, gab es reichlich. Ob angemerkt wurde, jemand pflege sein Auto besser als seine Frau, der Vorname eines Milchbauern kurzerhand in "Milchael"  abgewandelt wurde, ob behauptet wurde, das Neubaugebiet werde später fertig als der Berliner Flughafen oder das Malheur eines Biobauern als Grund angegeben wurde, warum Bioprodukte so teuer sind: Stets hatten die Prediger die Lacher auf ihrer Seite. Die Kunst, eine Kirchweihpredigt so zu gestalten, dass selbst die von den spöttischen, teils derben, aber nie beleidigenden Sprüchen Betroffenen herzhaft mitlachen konnten, beherrschen die Texter der Landjugend hervorragend.

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