KITZINGEN

Lamprecht ehrt Realschule Kitzingen

Soziale Stunden, 24-Stunden-Mathe, Lehrerinterviews - Viel Engagement zeigt die Realschule Kitzingen außerhalb des Unterrichts. Das wurde nun ausgezeichnet.
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Auszeichnung für die Realschule Kitzingen: Die Schulsprecherinnen (von links) Merita Kalludra und Anna Kreis präsentieren die Urkunde, die ihnen der Ministerialbeauftragte Karlheinz Lamprecht (dahinter) überreicht hat. Daneben Schuldirektor Michael Rückel und der stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Jens Martinek. Foto: Foto: Norbert Hohler

„Wir leben Schule“ – so lautet das neue Motto der Realschule Kitzingen seit der Namensänderung im Sommer 2015. Dieses „Schule leben“ ist bunt und vielfältig, wie Direktor Michael Rückel am Dienstag bei einer kleinen Feier unterstrich. „Es ist ein schöner Tag für uns, weil der bemerkenswerte Einsatz aller Beteiligten heute mit einem Preis gewürdigt wird.“

Genauer gesagt erhält die Realschule für ihre Aktivitäten außerhalb des Unterrichts im Schuljahr 2015/16 eine Urkunde. Zum Überreichen ist der Ministerialbeauftragte Karlheinz Lamprecht für die 47 unterfränkischen Realschulen nach Kitzingen gekommen. Und zur Überraschung aller verzichtet er auf eine langatmige Rede, sondern spricht die Schülerinnen und Schüler direkt auf ihre Aktivitäten an.

Schüler leisten freiwillig soziale Stunden

Zunächst fragt der 1,96-Meter-Hüne jedoch, ob jemand wisse, wie sein Dienstherr, der Bayerische Kultusminister, heißt: Da muss die fröhliche Rasselbande passen, Ludwig Spaenle fällt niemandem ein. Dann spricht Lamprecht die Mädchen der Schülermitverwaltung (SMV) an, lässt sich von den Schulsprecherinnen Merita und Anna erzählen, was sie da so machen.

„Es ist gut, sich einzubringen“, lobt der 57-Jährige, der zuvor Schuldirektor in Hirschaid war.

Auch freiwillige, soziale Stunden gehören zu den zahlreichen Aktivitäten. Eine Schülerin erzählt Lamprecht, dass sie im Kindergarten gearbeitet hat – und jetzt weiß, dass sie beruflich etwas in diese Richtung machen will. Eine Andere weiß seit ihrem sozialen Einsatz, was sie sicher nicht werden will – auch eine nützliche Erfahrung für die Berufswahl.

Lamprecht erfährt auch, dass eine Gruppe für Weihnachtsmarkt und Frühlingsfest regelmäßig Selbstgemachtes anbietet, das zuvor in der Schule hergestellt worden ist. Oder dass die Videogruppe neue Lehrer vorstellt, sie interviewt. Am meisten jedoch staunt der Ministerialbeauftragte über das Projekt „24-Stunden-Mathe“, das es tatsächlich gegeben hat. „Das klingt abenteuerlich, wer macht denn so was freiwillig?“

Der Direktor stellte 35 Aktivitäten vor

Der Gast lobt das neue Logo der Schule und verrät nebenbei, dass er früher nicht gerade die allerbesten Noten hatte. „Ich bin erst im Studium aufgewacht.“ Mittlerweile hat sich ein Dialog zwischen ihm und den Schülern entwickelt, wie man ihn bei so einer Gelegenheit selten erlebt.

Direktor Michael Rückel hat 35 Aktivitäten auf einem Info-Blatt aufgelistet und stellt sie zur Begrüßung der Schüler und Gäste vor. Einige mit Fotos. Er dankt auch Lehrern und Eltern, die sich an den Aktivitäten außerhalb des Unterrichts beteiligen. Neben der Realschule Kitzingen wurden aus Unterfranken nur die Maria Ward-Schule (Würzburg) und Wilhelm-Sattler-Realschule (Schweinfurt) geehrt: Das unterstreicht den Wert der Auszeichnung.

Wie der Bayerische Kultusminister heißt, wissen jetzt einige Schüler mehr. Als Lamprecht kurz vor dem gemütlichen Teil mit Kuchen, Keksen und Säften noch einmal nach dessen Namen fragt, rührt sich zwar zunächst wieder nichts. Aber dann hakt der Ministerialbeauftragte so lange nach, dass einigen Realschülern der Name Spaenle wohl nie mehr entfallen dürfte. Also nicht nur eine gelungene Preisverleihung, sondern obendrein eine lehrreiche.

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