Mainsondheim

Längst nicht mehr die Exoten der Chöre

Wir waren lange Zeit Exoten bei den Chören im Landkreis – es gab vorwiegend Männer, die sangen. Wir trugen keine schwarzen Röcke oder Dirndl, hatten keine einheitliche Kleidung und proben bis heute nur ein Mal im Monat – eben Frauen – geht das gut?“, fragten die Vorsitzenden der „Main Singers“ Gaby Hirth und Angelika Stängle in die Runde und erhielten ein lautstarkes „Ja“ des begeisterten Publikums. Der Chor unter Leitung von Hermine Fischer feierte jetzt in Stadtschwarzach seinen 30. Geburtstag.
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Begeisterung: Die Main Singers mit ihrer Chorleiterin Hermine Fischer boten in der Arche in Stadtschwarzach ein beeindruckendes Geburtstagskonzert. Foto: Foto: ELLI STÜHLER
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Wir waren lange Zeit Exoten bei den Chören im Landkreis – es gab vorwiegend Männer, die sangen. Wir trugen keine schwarzen Röcke oder Dirndl, hatten keine einheitliche Kleidung und proben bis heute nur ein Mal im Monat – eben Frauen – geht das gut?“, fragten die Vorsitzenden der „Main Singers“ Gaby Hirth und Angelika Stängle in die Runde und erhielten ein lautstarkes „Ja“ des begeisterten Publikums. Der Chor unter Leitung von Hermine Fischer feierte jetzt in Stadtschwarzach seinen 30. Geburtstag.

Zum „Geburtstagskonzert“ mit Familien, Freunden, Wegbegleitern und Gästen im Begegnungshaus Arche gab es keine Ehrennadeln, keine Blumensträuße oder Bocksbeutel, dafür einen beeindruckenden Auftritt und einen Blick in die Geschichte der Vereinigung.

Die vier Aufrechten

Schon 1966 hatten sich immer wieder Jugendliche zum gemeinsamen Singen getroffen. 1972 erfolgte dann die Gründung des Jugendchores Mainsondheim durch Helmar Scheuplein, berichteten die vier „Schambergers-Mädli“, die einzigen noch aktiven Gründungsmitglieder der Main Singers. Es sind Birgit Laumer, Heike Thomaier, Sandra Hausmann und Elke Langer.

Bis 1988 sang der Jugendchor Adventskonzerte, Weihnachtsmessen und trug zur Gestaltung von Erstkommunion-Feiern in den Pfarrkirchen von Mainsondheim, Mainstockheim und in der Wallfahrtskirche in Dettelbach bei. Der Kontakt 1984 mit den „New Sound Singers“ aus Holland mit gegenseitigem Besuch der Chöre trug dazu bei, dass sich der Chor 1985 ins Vereinsregister eintragen ließ.

Aus Jugendlichen wurde Erwachsene, und so beschloss man 1988 die Umbenennung des Chores in „Chorvereinigung Mainsondheim/Albertshofen“. Doris Vay übernahm den Chor 1992 und gewann durch ihre herzliche und fröhliche Art viele neue Sängerinnen.

Die etablierten Treffen und Veranstaltungen wurden weiter gepflegt. Als erfolgreich entpuppte sich das „Schnuppersingen“ als Ferienpass-Aktion mit gemeinsamem Singen und Essen. „Doris Vay führte Chor-Tage ein, um intensiv proben zu können – auch mit professioneller Unterstützung und um Gemeinschaft zu pflegen. Und: Chor-Tage ohne ein Sängerbuffet waren für sie undenkbar. Legendär für die Sänger-Vereinigung waren die alljährlichen Bremserabende im Vay'schen Keller“, berichtete Brigitte Kapp in einem Rückblick.

Repertoire unerschöpflich

Chorpädagogische Kreiskonzerte wurden besucht, um sich mit anderen Chören zu messen. 2002 entschloss man sich, dem Chor einen neuen Namen zu geben: die „Main Singers“. Anfänglich umfasste das Repertoire hauptsächlich deutsche Volks- und Folklorelieder, denen zügig ebensolche in Italienisch (Ma come balli bella bimba) und Französisch (Wir kamen einst von Piemont) folgten. Das Repertoire wuchs rasant um anspruchsvolle geistliche, weltliche und moderne Lieder in Deutsch und Englisch. „Hebe deine Augen auf“, „Das ist der Tag des Herrn“, „Go tell it on the mountain“ und das lateinische „Vaterunser“, die Gospels „ He?s got the whole world“ und „Kumba yah my Lord” kamen dazu. Kaum eine Chorprobe, ohne ein neues Lied – zur Weihnachtszeit waren es sogar einmal vier auf einen Streich.

Glanzpunkt im Vereinsbestehen war 2007 der Besuch des italienischen Chores „ I Cantori die Seregnano“ und ein Gegenbesuch. Doris Vay übergab 2010 an Hermine Fischer den Dirigentenstab für die „Main Singers“.

Beim Geburtstagskonzert präsentierte die Chorleiterin mit ihren Sängerinnen 100 Minuten lang ein abwechslungsreiches Programm und unterstützte den Chor bei „Rock my soul“ mit ihrer unnachahmlichen Stimme. Der Lohn war anhaltender Beifall des begeisterten Publikums. Kein Auge blieb trocken bei den A-Capella-Songs des „Frickenhäuser Doppelquartetts“ die mit „Schöne Isabella aus Kastilien“ und „Onkel Bumba aus Kalumba“ zum Geburtstag gratulierten. Zum Abschluss waren die 160 Besucher zu einem Sektempfang mit selbst kreierten Spezialitäten der Sängerinnen eingeladen.



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