Kitzingen

LKW informieren und disktuieren über Nitrat im Trinkwasser

Auch wenn im Landkreis Kitzingen vieles in Sachen Trinkwasserschutz in die richtige Richtung läuft, werden sich die Landwirte umstellen müssen. Was alles auf sie zukommt.
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Der Infoabend der LKW über die Nitratbelastung im Trinkwasser stieß auf reges Interesse. Viele Landwirte waren dazu am Montag ins LKW-Gebäude gekommen. Foto: Joachim Hofmann
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Nitrat im Trinkwasser, Probleme mit Düngemitteln, Proteste der Bauern – die Medien berichten derzeit aktuell über diese Themen. Daraufhin haben die Licht-, Kraft- und Wasserwerke (LKW), Kitzingen, am Montag einen Infoabend zum Thema Trinkwasser veranstaltet.

Roger Lindholz, Leitung Technik bei der LKW, gab zu Beginn einen Abriss über die Entwicklung der Nitratwerte im Trinkwasser. Anhand einer Grafik zeigte er, dass die Nitratwerte im Trinkwasser im Landkreis Kitzingen seit 2010 kontinuierlich gesunken seien. Derzeit liegt die Nitratbelastung laut Lindholz bei 35 Milligramm auf einen Liter Wasser;  der Grenzwert liegt bei 50 mg. Dieser Wert wurde erreicht, erklärte Roger Lindholz, obwohl in den vergangenen beiden Jahren die Niederschlagsmenge unter dem Mittelwert gelegen habe. Verantwortlich dafür machte er die gute Zusammenarbeit zwischen den regionalen Landwirten und der Wasserwirtschaft.

Neue Düngeverordnung ärgert Landwirte

Gerd Düll, der Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kitzingen, gab anschließend einen Überblick über den Maßnahmenkatalog der verschärften Düngeverordnung. Deutschland sei wegen der insgesamt zu hohen Nitratwerte im Grundwasser von der EU verklagt und aufgefordert worden, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Thomas Karl, ebenfalls vom AELF, warf ein, dass Deutschland bei der Nitratbelastung im Mittelfeld der EU liegen würde, hätte man alle vorhandenen Messstellen in die Bewertung einbezogen. Das sei aber – für ihn unerklärlich – nicht der Fall gewesen.

Der Landkreis Kitzingen gehört zu den Flächen, für die die neue Verordnung in vollem Umfang greifen wird. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem ein verpflichtender Anbau von Zwischenfrüchten, ein Verbot der Herbstdüngung auf Wintergerste, Winterraps und Zwischenfrüchte, eine Aufzeichnung jeder Düngung innerhalb von zwei Tagen und eine 20-prozentige Reduktion des Stickstoffgehaltes auf den Betriebsflächen der Landwirte.

Auch kommen zusätzliche Auflagen für Bodenuntersuchungen. Die Ausweitung des Ökolandbaus auf 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen und die Schaffung eines Biotopverbundes auf 15 Prozent der Flächen seien ebenfalls bis 2030 gesetzlich vorgeschrieben. Hingegen sei das Thema Gülle, so Düll, sei im Landkreis kein Problem, da es hierzulande wenig Großviehbestand gebe.

Überdüngung erhöht die CO2-Belastung

Ein weiteres Problem, dass in den Vordergrund rücke, sei Lachgas, erklärte Düll. Es trete immer häufiger aus dem Boden aus und verursache eine enorme CO2-Belastung. Dies geschehe durch Überdüngung, sagte Düll.

Ihr Unverständnis äußerten die anwesenden Landwirten darüber, dass es auf fünf Meter breiten Grünstreifen an Gewässerrändern, auf denen keine garten- oder ackerbauliche Nutzung stattfinden darf, untersagt sei, Blühflächen anzulegen, obwohl dafür keine Düngung und kein Pflanzenschutz notwendig sei.

Ebenso waren die Landwirte empört darüber, dass Gräben innerhalb der Nutzungsflächen vom Wasserwirtschaftsamt mittels Computerberechnung als Gewässer gekennzeichnet wurden, obwohl sie gar kein Wasser führten. In der Folge seien die Landwirte verpflichtet, Gewässerrand-Streifen anzulegen und auf Nutzungsfläche zu verzichten. Weiterhin bemängelten sie, dass einige Maßnahmen in sich widersprüchlich seien oder unnötig verkompliziert worden seien.

Zwischenfruchtanbau hilft Nitrat abbauen

Zum Abschluss gab Anton Lesch, Wasserberater beim AELF, noch einen Überblick über die Vorteile des Zwischenfruchtanbaus.

Er hob dabei die Nährstoffkonservierung hervor. Da die Zwischenfrucht Nährstoffe für die Folgefrucht speichere, spare der Anbau Kosten und senke zugleich die Nitratbelastung. Weiterhin diene sie dem Grundwasserschutz und beuge auch der Bodenerosion vor.

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