IPHOFEN

Kulturerbe Mittelwald: Einzigartige Natur nachhaltig erleben

Wenn ein Startschuss für ein Naturprojekt gegeben wird, dann kann man dies auch ohne „Knall“, sondern mit einem Fest machen. Was am Sonntag im Wald nahe Dornheim beim großen Wolfsee auch geschah.
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Liegen im Wald: Michael Grimm von den Bayerischen Staatsforsten (links), Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer und Iphofens Bürgermeister Josef Mend testeten auch die Ruhemöglichkeiten im Limpurger Forst. Foto: Foto: Timo Lechner

Wenn ein Startschuss für ein Naturprojekt gegeben wird, dann kann man dies auch ohne „Knall“, sondern mit einem Fest machen. Was am Sonntag im Wald nahe Dornheim beim großen Wolfsee auch geschah.

Dorthin waren rund 150 interessierte Besucher aus Iphofen und den Ortsteilen gewallt, um gemeinsam mit dem unterfränkischen Regierungspräsidenten Paul Beinhofer und Bürgermeister Josef Mend Iphofens Kulturerbe Mittelwald zu eröffnen.

Nach einer Stunde Marsch, vorbei an nagelneuen Schautafeln und Erlebnisstationen, warteten Tische, Bänke und Pavillons sowie eine Brotzeit auf die Teilnehmer, gesponsert von der Stadt Iphofen. Kosten, die „Peanuts“ sind, verglichen mit den rund 1,6 Millionen Euro, die das Projekt „Wälder und Waldwiesentäler am Steigerwaldrand bei Iphofen“ als Biodiversitätszentrum und Zentrum der Mittelwaldbewirtschaftung gekostet hat.

Touristischer Mehrwert

Bezahlt wurden diese zur Hälfte vom Programm „LIFE+ Natur“ der Europäischen Union sowie zu großen Teilen von anderen staatlichen Stellen, wie dem Bayerischen Naturschutzfonds. Mit im Boot sind auch die Bayerischen Staatsforsten sowie das Bayerische Ministerium für Umwelt und Gesundheit. Der Anteil der Stadt Iphofen liegt nach einigen zusätzlich entstandenen Kosten durch beispielsweise Grunderwerb bei rund 400 000 Euro, die Marktgemeinde Einersheim beteiligt sich mit 10 000 Euro.

Konkret ausgegeben wurden diese Gelder, um drei bereits vorhandene Wege so herzurichten, dass sie einen nicht nur touristischen Mehrwert für die Region darstellen, sondern vor allem für Schulklassen oder an der Natur interessierte Besucher erlebbar werden. Bestes Beispiel ist das Naturwaldreservat Wolfsee, das sich ab dem Schenkensee auf etwa 2,4 Kilometern erstreckt und auf dem Vieles über die Bewohner, wie den Specht, aber auch die Baumarten erzählt wird.

Hier hat man es mit einem nahezu unberührten Urwald zu tun, in dem auch der Biber sein Zuhause hat und der seit Jahrzehnten auch Bauholz für die Rechtler abwarf – seit 1978 findet hier keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr statt. Ob der Biber sich freut, wenn bald Schüler und Touristen durch sein Gehege streifen, ist fraglich. Fest steht, dass Bauten wie die Plattform im Wolfsee oder der begehbare Kohlenstoff-Kreislauf und Spechthöhlen echte Hingucker sind und zum Verweilen einladen.

„Lassen Sie uns die Heimat und die Natur wieder entdecken und für kommende Generationen erhalten“, stießen Beinhofer Mend bei ihren Ansprachen unisono ins Horn.

Der Bürgermeister erinnerte auch an die beiden anderen Strecken, die im Rahmen des LIFE+-Projekts veredelt wurden. Da ist zum einen der Mittelwaldweg, der beim 2012 eingeweihten Info-Pavillon im Wald zwischen Birklingen und Iphofen beginnt und auf einer Rundwegs-Strecke von 3,1 Kilometer viel Informatives zu Hirschkäfer, Eichen & Co. vermittelt.

Bei Hellmitzheim beginnt der 3,2 Kilometer lange Hutewaldweg, auf dem unter anderem auch fränkisches Gelbvieh oder Rothirsche anzutreffen sind. Das Projektgebiet erstreckt sich insgesamt auf rund 3000 Hektar.

Zu den Wegen sind Informationsbroschüren entstanden, die es bei der Tourist-Information oder unter gibt. Alles rund ums LIFE+-Projekt gibt's unter

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