Es hat nicht mal eine halbe Stunde gedauert, bis die Prichsenstädter Stadträte ihre Geschäftsordnung in eine neue Form gegossen hatten. Eine der größten Änderungen ist, dass es ab sofort nicht mehr eine, sondern zwei Bürgerversammlungen im Jahr geben wird. Mit einer Änderung im Bereich „Anträge“ entschärfte das Gremium in seiner Sitzung am Donnerstagabend eine Falle. Bislang konnte ein Antrag allein deshalb abgelehnt werden, wenn alle 17 Ratsmitglieder anwesend waren und sich nur einer von ihnen gegen die Behandlung des Antrages ausgesprochen hatte. Weil in der Vergangenheit nur sehr selten wirklich alle Ratsmitglieder bei den Sitzungen anwesend waren, taucht dieser Satz in der neuen Geschäftsordnung gar nicht mehr auf.

Geändert ist auch der Fraktionsstatus. Bislang musste eine Fraktion aus mindestens drei Räten bestehen, ab sofort bilden auch zwei Räte einer Partei oder politischen Gruppierung eine Fraktion. Damit kommen auf einhelligen Wunsch des Gremiums auch der dritte Bürgermeister Martin Ebert und Ratsmitglied Helmut Happel, die Vertreter der Stadelschwarzacher Ortsliste (STOL), in den Genuss, in den Ausschüssen vertreten zu sein.

Bürgermeister René Schlehr hatte die Geschäftsordnung vorab mit den Fraktionssprechern durchgesprochen und mit ihnen wesentliche Änderungen vorgenommen. Daher hielt sich die Diskussion in der Sitzung in Grenzen, die einzelnen Änderungen gingen zum größten Teil einstimmig durch. Gesprächsbedarf sahen die Räte in der Form der Einladung zu den jeweiligen Sitzungen. Weil der elektronische Weg als „nicht wirklich sicher“ eingestuft worden war – Stefan Deppisch (SPD) merkte an, dass auch ein pdf-Dokument jederzeit geändert werden könne –, bleibt es auch in Zukunft weiterhin dabei, das die Räte sieben Tage vor der jeweiligen Sitzung postalisch eingeladen werden. Der Versandtag und der Tag der Sitzung werden dazu gerechnet, so dass die Einladungen zu den Stadtratssitzungen (weiterhin donnerstags, 19 Uhr, Ausnahmen werden rechtzeitig bekannt gegeben) jeweils am Dienstag der Vorwoche auf den Weg geschickt werden. Einstimmig nahmen die Räte die neue Geschäftsordnung an.