Wiesentheid
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Kritik am "begrünten Parkplatz" in Wiesentheid

Nach der Umgestaltung sollen auf dem Neßtfellplatz in Wiesentheid vier Bäume und elf Autos Platz finden. "Und wo bleiben die Menschen auf dem Platz?", will Anliegerin Margarita Schraut von den Gemeinderäten wissen.
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So sieht das Konzept der Städteplaner für die Umgestaltung des Neßtfellplatzes in Wiesentheid aus. Der Entwurf sorgt in der Gemeinderatssitzung für Diskussionen. Foto: Berthold
So sieht das Konzept der Städteplaner für die Umgestaltung des Neßtfellplatzes in Wiesentheid aus. Der Entwurf sorgt in der Gemeinderatssitzung für Diskussionen. Foto: Berthold
Ein bisschen auf "Asphalt" bissen die Wiesent heider Gemeinderäte, als sie am Donnerstag die Gestaltung für den Neßtfellplatz auf den Weg bringen wollten. Die vorgestellten Pläne kamen nicht bei jedem gut an.

Sechs Varianten hatte der Städteplaner vorgelegt, drei mit vier Bäumen und elf Parkplätzen, drei mit sechs Bäumen und neun Parkplätzen. Dazu sollte jeweils entschieden werden, ob und in welchen Bereichen die Straße asphaltiert oder gepflastert werden soll.

Als Entscheidungshilfe hatte das Straßenbauamt die lautere Abrollakkustik von Pflaster zu bedenken gegeben. Auch würden Schäden im Pflaster, die durch die dort vermehrt fahrenden Schulbusse entstünden, vom Landratsamt nicht übernommen werden, obwohl es sich in diesem Bereich um eine Kreisstraße handelt.

Michael Rückel (FW-Bürgerblock) gab die Meinung eines Anwohners an seine Ratskollegen weiter: "Der
Planer plant, der Gemeinderat entscheidet und ich muss jeden Tag damit leben!" Er gab damit zu bedenken, doch die Anwohner nochmals in die Entscheidung mit einzubeziehen. "Wir sollten den Fußgängern und Radfahrern mit einer einheitlichen Pflasterfläche keine hier nicht vorhandene Sicherheit vorgaukeln", betonte er.

Deutlich weniger Straßenlärm

Gemeinderätin Helma Schug (CSU), selbst Anwohnerin der Nikolaus-Fey-Straße, bestätigte, dass sich durch die neue Asphaltschicht auf dieser Straße die Fahrgeräusche schon deutlich verringert hätten, und sprach sich deshalb für eine Asphaltierung aller Straßenbereiche aus.

Da die Fahrzeuge aus Richtung Prichsenstadt kommend bereits eine geringere Geschwindigkeit hätten und die Lärmbelästigung deshalb auch auf Pflaster geringer wäre, unterstützte Walter Rosentritt (WG Reupelsdorf) die Variante mit einer Pflasterung.

Seit der Eingrenzung der Fahrbahnflächen seien inzwischen mehrere Auffahrunfälle im Bereich des Platzes passiert, so Heinrich Wörner (FW-Bürgerblock), und er bat darum, durch Schilder auf diese Engstelle hinzuweisen.
Auf Anfrage von Helma Schug kam Margarita Schraut, Besucherin der Sitzung, als Anliegerin des Neßtfellplatzes zu Wort. "Ich bin total enttäuscht! Da kriegen wir die Chance, was in unserem Ort positiv zu verändern, und was wird draus? Ein begrünter Parkplatz statt einem Platz für die Menschen!", entrüstete sie sich. Sie habe für ihre Praxis sieben Stellplätze auf ihrem eigenen Grundstück schaffen müssen. Auch sie würde von mehr Stellplätzen am Neßtfellplatz profitieren, aber das wolle sie gar nicht. "Wo bleiben auf dem Platz die Menschen? Wo sind die Ideen aus den Workshops mit den Städteplanern geblieben? Die Zeit hätten wir uns schenken können."

"Die Anlieger nochmals anhören"

"Noch haben wir nicht entschieden, wie der Platz aussehen wird", warf Bürgermeister Werner Knaier (CSU) ein. "Wir sollten dem Planer mit auf den Weg geben, dass der Platz erlebbar sein soll", lenkte Helma Schug ein.
"Diese Platzgestaltung ist nur ein erster Schritt. Bis die Umgehung fertig ist, vergehen noch zehn Jahre. Dann gehört alles gepflastert", war die Meinung von Erwin Jäger (SPD).

"Wir sollten unsere Hausaufgaben besser machen, und bevor Kosten entstehen und wir großartig zurückrudern müssen, die Anlieger nochmals anhören", gab Rückel zu bedenken. Und auch Wolfgang Stöcker (CWG) war der Meinung: "Wenn der Städteplaner verschiedene Entwürfe macht, dann zahlen wir auch jeden einzelnen." "Dieser Platz wird immer ein Kompromiss bleiben, denn er ist halt mal ein Verkehrsplatz, an dem sich die Straßen treffen", sagte Peter Fechner (CSU).

Bürgermeister Knaier setzte der Diskussion mit der Abstimmung ein kurzfristiges Ende, die Variante mit vier Bäumen und elf Parkplätzen soll weiter verfolgt werden: "Wenn keiner dagegen ist, sind alle dafür!" Mit neun zu fünf Stimmen sprach sich das Gremium schließlich gegen eine Pflasterung der Verkehrswege aus. Die Straßen sollen im Bereich des Platzes durch einen farbigen Asphalt abgesetzt werden, die Flächen der Parkplätze werden hingegen gepflastert.



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