Kitzingen

Kreistags-SPD fordert neue Strategien bei der Verkehrsplanung

Mehr Geld für den Öffentlichen Nahverkehr statt für den Straßenbau – das wäre der Wunsch der SPD-Fraktion im Kreistag.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die SPD-Fraktion im Kreistag fordert, sich neue Strategie für die Verkehrsplanung im Landkreis zu überlegen (Symbolbild). Foto: Andreas Brachs

Die SPD-Fraktion im Kreistag fordert ein neues Verständnis für Mobilität und hat deswegen eine Anfrage an die Landkreisverwaltung erarbeitet. Laut einer Pressemitteilung fragt sich die SPD, ob es reicht, den bestehenden Verkehrsplan des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) einfach weiter zu schreiben. Oder müsse sich der Landkreis nicht neue Strategien der Verkehrsplanung überlegen?

Dabei müssten auch alle individuellen Verkehrsmittel und eine attraktive Fahrpreisgestaltung in die Planungen mit einbezogen werden, schreibt die SPD. Dazu gehören auch die Befragung der wichtigsten Verkehrserzeuger, also mittlere und große Betriebe, Schulen, Handel, Behörden, Krankenhaus und touristische Einrichtungen.

Neue Ticket-Varianten und Radschnellweg nach Würzburg

Für die Fraktion unabdingbar seien ein funktionierender Busbahnhof in Kitzingen, Verbesserungen im Haltestellenbereich und Fortschritte beim barrierefreien Zugang, vor allem aber eine bessere Anbindung und Vertaktung und Fahrplanübersichtlichkeit der Hauptlinien mit den Bahnanschlüssen. Die Weiterentwicklung und Tarifvarianten wie zum Beispiel Firmen- und Jobticket, Ausbildungsticket, Sozialticket und die Einführung einer Tourismuspauschale sind laut SPD wesentliche Voraussetzung für einen nachhaltigen ÖPNV im Landkreis.

Auch die Radwege sollten untersucht werden. Dabei verweist die SPD auf die Lücke des Fahrradnetzes zwischen Kitzingen und Schwarzach. Die SPD denkt sogar über einen Radschnellweg von Kitzingen nach Würzburg nach. Im Zeitalter von E-Bikes und E-Roller dürfe das nicht als Utopie abgetan werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Investitionen in Öffentlichen Nahverkehr statt in den Straßenbau

Wenn auch die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen Geld kosten und nicht sofort erfüllt werden können, muss ÖPNV als Marke im Landkreis innovativer werden. Für den Fraktionsvorsitzenden Robert Finster steht fest: „Ein neues Verständnis von Mobilität muss her. Damit die Bürgerinnen und Bürger vom Individualverkehr auf den Nahverkehr umsteigen, muss der ÖPNV zum Lifestyle und zum Trendsetter werden.“

Die SPD-Fraktion fordert, dass dem ÖPNV im Haushalt grundsätzlich ein Vorrang gegenüber dem Individualverkehr – und damit auch dem Straßenbau – eingeräumt werden müsse. Da von einem gut funktionierenden ÖPNV alle Gemeinden und Ortsteile profitieren, dürfe auch die Kreisumlage kein Tabu mehr sein. 

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.