IPHOFEN

Kreisorchester: Musik kennt keine Grenzen

Das Kreisorchester Kitzingen gibt mit den Kollegen aus Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zwei Konzerte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jung und älter, frisch und erfahren: Im Kreisorchester Kitzingen spielen etwa 55 Musiker aus dem ganzen Landkreis. An zwei Wochenenden wird gemeinsam für die Auftritte am 9. und 16. November geprobt. Kreisdirigent Siegfried Graf (rechts) hat zusammen mit seinem Kollegen aus Neustadt/Aisch-Bad Windsheim das Programm für das erste Gemeinschaftsprojekt der beiden Kreisorchester ausgesucht. Auch die stellvertretenden Kreisvorsitzenden Dieter Lenzer und Matthias Hildebrand sowie Kreisvorsitzende Sibylle Säger (Mitte) spielen mit. Foto: Foto: Daniela Röllinger

Man möge doch bitte kreis- und bezirksübergreifend enger zusammenarbeiten. Das hat sich der Nordbayerische Musikbund gewünscht. Die Kreise Kitzingen und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim kommen dem jetzt mit einer Premiere nach: Am 9. und 16. November präsentieren die beiden Kreisorchester in zwei Konzerten zum ersten Mal gemeinsam anspruchsvolle und zugleich unterhaltsame Musik.

Laut tönten die Trompeten, Posaunen und Hörner, dumpf schlugen die Trommeln im rhythmischem Takt: Wer am vergangenen Wochenende am Feuerwehrhaus Iphofen vorbeiging, wurde Stunde um Stunde musikalisch begleitet. Etwa 55 Musiker hatten sich dort zum ersten Probenwochenende für die beiden Konzerte des Kreisorchesters Kitzingen zusammengefunden. Jung und älter, aus dem ganzen Landkreis, zwölf Vereinen zugehörig, die dem Kreisverband Kitzingen des Nordbayerischen Musikbundes angehören – und alle mit einer gemeinsamen Mission: Sie wollen die Gäste ihrer Konzerte musikalisch auf hohem Niveau unterhalten.

Dafür legen sie sich schon im Vorfeld mächtig ins Zeug. Zuerst sitzen die einzelnen Register zusammen. „Dafür haben wir extra fünf Dozenten kommen lassen, die mit den Musikern proben“, erzählt die Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Sibylle Säger. Samstag Registerprobe, Sonntag dann gemeinsame Probe unter Leitung von Kreisdirigent Siegfried Graf, der auch bei den Konzerten den Taktstock schwingt. Zwei Tage volles Programm also – und das am ersten Novemberwochenende gleich noch mal, um an den Details zu feilen. Und dazwischen werden die Stücke zuhause geübt.

Das Kreisorchester Neustadt/Aisch-Bad Windsheim studiert unter der Leitung von Norbert Folk seine Stücke bei einem separaten Probenwochenende ein. „Bei der Generalprobe am 8. November spielen wir dann erstmals gemeinsam“, so Siegfried Graf. Denn beim Konzert selbst bestreitet Norbert Folk mit seinen Musikern zwar den ersten Teil des Konzertes und Graf mit dem Kitzinger Orchester den zweiten Teil, aber es gibt am Ende ein Überraschungsprogramm mit gemeinsamen Stücken, auch wenn es dann ein bisschen eng werden könnte auf der Bühne in der Karl-Knauf-Halle. Wenn etwa 100 Menschen gemeinsam musizieren, müssen alle ein bisschen zusammenrücken.

Eine geeignete Halle, die genug Platz für die Musiker des Kreisorchesters bietet, ist nicht einfach zu finden – und eine für zwei Orchester erst recht nicht. Eineinhalb Jahre vor einem Auftritt beginnen die Planungen für das nächste Konzert, verrät Sibylle Säger. Der Termin wird festgelegt, eine Halle für das Konzert gesucht, ebenso Räumlichkeiten für die Probenwochenenden. Ein halbes Jahr vor dem Konzert schaut sich Siegfried Graf nach geeigneten Stücken um. „Man spielt mal was an, sucht was aus, verwirft es dann vielleicht auch wieder und wählt etwas anderes“, erzählt er.

Mit Norbert Folk hat er sich beraten, beide haben die Stilrichtung der Stücke abgesprochen, das Programm festgelegt. „An Tagen wie diesen“, hat Graf das Programm der beiden Konzerte in diesem Jahr überschrieben. „Das passt, weil wir ja an diesen Tagen etwas Besonderes machen, wenn wir zusammen spielen“, sagt er. Und ohne im Vorfeld zu viel zu verraten: Auch das Programm ist etwas Besonderes, bietet mit Stücken von Shostakovitch über Filmmusik bis Stevie Wonder und vom Musical über den Marsch bis zum 80-er Kult-Pop eine außergewöhnliche Bandbreite.

Zwölf Jahre alt sind die jüngsten Musiker im Kreisorchester Kitzingen, Mitte 50 die ältesten. Eine Mischung, die Dieter Lenzer sehr spannend findet. Er ist, wie Matthias Hildebrand, stellvertretender Kreisvorsitzender. Bei beiden sind die Konzerte, die im zweijährigen Rhythmus stattfinden, fest im Kalender vorgemerkt. Lenzer spielt das Tenorhorn, Hildebrand die Trompete. Und während sie sich sonst auf die Vorbereitung und die Moderation konzentrierte, spielt auch die Kreisvorsitzende Sibylle Säger diesmal mit, und zwar am Waldhorn. „Das geht, weil die Feuerwehr Iphofen mir bei der Organisation den Rücken frei hält“, freut sie sich.

Wer mitspielt, wird nicht von der Kreisleitung oder den Vereinsführungen festgelegt, denn das Kreisorchester Kitzingen ist kein Auswahlorchester. Es gibt keine Vorschrift über abgelegte Abzeichen oder ein vorgegebenes Können. Mitspielen kann jeder, der mitspielen möchte, und er profitiert davon, mit so vielen erfahrenen Kollegen gemeinsam zu musizieren. Man lernt viel an den Probenwochenenden und bei den Auftritten – und trägt diese Erfahrung weiter in die kleinen, heimischen Dorfkapellen. Und damit sind die Konzerte des Kreisorchesters nicht nur für die Besucher, sondern für ganz viele ein Gewinn.

Zwei Auftritte

Konzerte Kreisorchester: Das erste Konzert des Kreisorchesters Kitzingen mit dem Kreisorchester Neustadt/Aisch-Bad Windsheim findet am Samstag, 9. November, um 19.30 Uhr in der Karl-Knauf-Halle Iphofen statt (Einlass 18.45 Uhr). Der Termin für das zweite Konzert der beiden Orchester ist am Samstag, 16. November, um 19.30 Uhr in der Aischgrundhalle in Dachsbach/Gerhardshofen im Landkreis Neustadt/Aisch.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren