SICKERSHAUSEN

Kreisliga-Legende gefeiert ohne Ende

Der Kreisliga-Aufstieg war das große Thema der Sickershäuser Schnitthapples-Kerm. Nach dem farbenfrohen Umzug hatte Kirchweihprediger Thomas Beer einiges zu erzählen.
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Die Sickershäuser Geometer hatten heuer das Space-Taxi aus dem Bulli-Herbig-Film Traumschiff Surprise nachgebaut, was ein knallgelber Hingucker im Kirchweihumzug war. Foto: Foto: Hartmut Hess
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„Kreisliga-Legende – wir saufen bis zum Ende“, prangte beim Umzug der Sickershäuser Schnitthapples-Kerm in großen Lettern auf dem Wagen der Fußballer, die im vergangenen Juni mit dem Kreisliga-Aufstieg einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte gesetzt hatten. Entsprechend feuchtfröhlich gestaltete sich der Umzug, in dem auch der der Malle-Junggesellenabschied einiger Sickershäuser thematisiert wurde.

Oberbürgermeister Siegfried Müller, Ortssprecherin Anni Schlötter und Leonhard Rabenstein wurden in der Pferdekutsche chauffiert und viele Mitwirkende winkten hoch von den Wägen herunter und warfen fleißig Süßigkeiten aus. Ein schönes Bild gaben junge Katzen-Mädchen ab, die auf City-Rollern auf das 25-jährige Bestehen des Kindergartens aufmerksam machten.

Geometer-Taxi als Hingucker

Ebenfalls ein Jubiläum, die Gründung vor 50 Jahren, feierte heuer die Siedlergemeinschaft, was Thema auf deren Wagen war. Der absolute Hingucker war das gelbe Taxi der Geometer, das seine Jungfernfahrt erlebte. Weinprinzessin Stefanie Heigl winkte den Schaulustigen vom Blumenwagen zu und das Team der evangelischen Kirchengemeinde verkündete: „So wichtig wie das Abendmahl, ist die Kirchenvorstandswahl.“ Am Bulldog, der den Wagen der Jugendvereinigung Storchenbrünnle zog, war zu lesen: „Hier rockt der Storch.“ Die Begleit-Mädels trugen T-Shirts mit der aufgedruckten Schnitthapples-Tour und jeweils einem Höhepunkt im Dorfleben in jedem Monat.

Unfallstraße bleibt „krumm und bucklert“

Als erstes äußerte Kirchweihprediger Thomas Beer seine Unverständnis darüber, dass das 2,6 Millionen Euro teure Straßensanierungs-Projekt zwischen Sickershausen und Michelfeld nicht umgesetzt werden konnte. „Iih hab gelernt, erscht wenn die Verträch sin dingfest gemacht, wird's Geld überwies?n und die Plän aufs Tablett gebracht“, reimte Beer. Dass die Sache an ein paar Euros gescheitert sei, wunderte ihn sehr, deswegen blieb die Unfallstraße „krumm und bucklert“ wie bisher.

Die Zuhörer schmunzelten zwar darüber, aber die nächste Episode war nichts zum Lachen für den Fußballer-Trainer Wolfgang Beischmidt. Denn er hatte im August seinen Italienurlaub kurz unterbrochen, um das Kreisliga-Derby mit seinem Ex-Klub SSV Kitzingen nicht zu verpassen. Doch lahmende Busse, verpasste Züge und ein gesperrtes Flughafen-Terminal sowie als Krönung ein Fünf-Kilometer-Fußmarsch in brütender Hitze, summierten sich für den Fußballlehrer zu einer Story aus der Abteilung Pleiten, Pech und Pannen.

Im falschen Arrach gelandet

Der Schnee sei das Element eines Geometers, der nach Arrach im Bayerischen Wald reisen wollte und sein Navi entsprechend programmierte. Doch war in Oberschwaben gelandet und sei erst nach einem Umweg von 100 Kilometern in Arrach eingeschneit. Thomas Beer berichtete auch von einem Junggesellen-Abschied, wo einige zu Schwarzfahrern wurden, weil ihr zu spät gekommener Kumpels die Bahntickets in der Hosentasche hatte. Wie Thomas Beer zudem verriet, war dem Kartverein erneut eine Kasse abhanden gekommen, aber dieses Mal sei sie wenigstens wieder aufgetaucht.

Die Kerm war gestartet mit dem Rathaussturm am Freitag, für den die Geometer das Space-Taxi als Geomobil nachgebaut hatten. Da das natürlich erst am Sonntag beim Umzug enthüllt werden sollte, sind die Geometer am Freitag mit einem echten Taxi vorgefahren. Zuvor hatte Kirchweihprediger Thomas Beer ein Team von Alt-Geometern, die in der Zeit zurück gereist waren, am Rathaus begrüßt.

Hacker-Angriff aufs Rathaus

Sie scheiterten allerdings an der Mission, Oberbürgermeister Siegfried Müller und Ortssprecherin Anni Schlötter, auf altmodische Weise mit der Leiter den Schlüssel fürs Rathaus abzuluchsen. Erfolgreicher waren da die Geometer mit einem Hacker-Angriff, durch den der OB bald die weiße Fahne hisste und sich ergab. Siegfried Müller rückte den Rathausschlüssel raus und stach dann gekonnt das Freibier-Fass an.

Am Montag läuft ab 14 Uhr das Schubkarrenrennen und um 15.30 Uhr folgt die Dorfmeisterschaft. Um 19 Uhr folgt die Eingrabung der Kerm und der Fackelzug zur Sickerhalle zum Kirchweihtanz mit Musik von „Verrockt“ bis zum Kirchweih-Ende um Mitternacht.

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