Eichfeld

Kreisheimattag: Viel Applaus für Eichfelder Dorfgemeinschaft

40 Stationen zeigten beim Kreisheimattag in Eichfeld ein Dorf im Wandel. Von einst 75 Milchbauern ist keiner übrig, dafür bekommt der Ort eine neue Mitte. Mit klarem Ziel.
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Das sonnige Wetter belohnte die Eichfelder Dorfgemeinschaft für ihre Mühen: Unzählige Gäste nutzen den schönen Tag, trotz vieler anderer Veranstaltungen, zum Besuch des Kreisheimattags am gestrigen Sonntag. Unterhaltung und Information gab es an den 40 Erlebnisstationen. Viele nahmen auch an einer Dorfführung teil. Foto: Gerhard Krämer
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Das sonnige Wetter belohnte die Eichfelder Dorfgemeinschaft für ihre Mühen: Unzählige Gäste nutzen den schönen Tag, trotz vieler anderer Veranstaltungen, zum Besuch des Kreisheimattags am Sonntag. Unterhaltung und Information gab es an den 40 Erlebnisstationen.

Am Morgen lief es langsam an. Während in der Kirche beim ökumenischen Gottesdienst Pfarrerin Christiane Rüpplein und Pfarrer Johannes Hofmann schon aus theologischer Sicht auf das Thema Heimat einstimmten, legen die Verantwortlichen draußen im Ort entlang der Veranstaltungsmeile letzte Hand an den einzelnen Stationen an. Langsam füllte sich der Ort mit Besuchern, denen sich Eichfeld von seiner schönsten Seite zeigte.

Wandel ist im ganzen Ort sichtbar

Für Helmar Hartner, Koordinator der Gruppe "Gemeinsam für Eichfeld", ist der Heimattag Anlass, die Dorfgeschichte darzustellen und den Ort in den Mittelpunkt des Landkreises zu stellen. Zu seiner Freude war auch der frühere Eichfelder Pfarrer Helmut Schneider gekommen, der in seiner Zeit zwischen 1966 und 1978 vieles bewegt, den Wandel vorangetrieben habe.

Dieser Wandel war im ganzen Ort sichtbar. Neben der sehenswerten Ausstellung in der Kirche gab es an vielen Stellen im Ort Geschichten und Bilder – historisch und aktuell – über markante Häuser. Als Pfarrer Schneider in Eichfeld gewirkt habe, habe es in dem Bauerndorf noch 75 Milchbauern gegeben, heute keine.  Dafür beherberge der Ort Handwerksbetriebe und der Ort werde mehr und mehr Wohnort. Der Platz vor der Kirche solle nun zum Dorfplatz gestaltet werden, sagte Hartner. Interessierte konnten sich Eichfelds neue Mitte dann schon einmal als Modell anschauen.

Damit die Dorfjugend nicht abwandert

Für Eichfeld sei der Platz wichtig. Es gehe um die Förderung der Dorfgemeinschaft, um die Stärkung der Lebensqualität im Ort, damit "unsere Jugend nicht abwandert". Die machte natürlich auch beim Heimattag mit und präsentierte an ihrem Stand Bilder von Drohnenflügen über Eichfeld.

Volkachs Bürgermeister Peter Kornell freute sich, dass nach Obervolkach (2002) und Dimbach (2010) nun der dritte Kreisheimattag in einem Volkacher Ortsteil stattfindet. Sein Dank galt in erster Linie Helmar Hartner und seiner Schwägerin Gerda Hartner, die dann auch die Dorfführungen machte. Bei der ersten war auch die historische Figur des Niklas Probst, verkörpert durch Heiko Bäuerlein, dabei. Auch würdigte Kornell das überaus hohe Engagement der Dorfgemeinschaft, wofür die zahlreichen Gäste bei der Eröffnung viel Applaus spendeten.

"Ganz Eichfeld ist auf den Beinen."
Landrätin Tamara Bischof

"Ganz Eichfeld ist auf den Beinen", zeigte sich Landrätin Tamara Bischof überwältigt von dem, was die Eichfelder auf die Beine gestellt hatten. Zum Thema Dorf im Wandel meinte sie, dass nicht alle in Städte ziehen könnten. "Wir müssen unsere Heimat, unseren Ort lebenswert gestalten", sagte sie.

Kreisheimatpfleger Heinrich Stier, der zusammen mit seinem Kollegen Karl-Heinz Wolbert diese Veranstaltung initiiert hatte, sprach von einem Eichfelder Elan, wie er ihn noch nie zuvor bei den Heimattagen seit deren Start 1999 in Castell erlebt hatte.

Zirbenholz hobeln und Lesezeichen bedrucken

Dem Wandel zur Moderne zum Trotz hatte Eichfeld eine große Vielfalt zu bieten: Historisches wie alte Schlepper ebenso wie modernes Kunsthandwerk. Eine rührige Theatergruppe führte eine 30-minütige Komödie auf, die Feuerwehr zeigte bei einer Übung ihr Können und Freunde des Volkstanzes oder der Fränkischen Musik kamen ebenfalls auf ihre Kosten. Außerdem durfte Zirbenholz gehobelt, Lesezeichen beim Buchbinder bedruckt, oder gebaggert werden. Letzteres nur für die Kleinen, denn die größeren Baumaschinen gab es nur zum Anschauen.

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