KITZINGEN

Krebsvermeidung durch gesunde Lebensweise

Mit so viel Ansturm hatte niemand in der Klinik Kitzinger Land gerechnet. Auch Dr. Fackeldey, Chefarzt der Viszeralchirurgie, nicht: „Wir haben unser komplettes Stuhllager und die Empore in unserem Gemeinschaftsraum in Anspruch nehmen müssen, damit wir alle Zuhörer unterbringen konnten“
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Die Referenten (von links): Chefarzt Dr. Volker Fackeldey, Lisa Schiffmann und Dr. Thomas Brohm. Foto: Foto: Thilo Penzhorn

Mit so viel Ansturm hatte niemand in der Klinik Kitzinger Land gerechnet. Auch Dr. Fackeldey, Chefarzt der Viszeralchirurgie, nicht: „Wir haben unser komplettes Stuhllager und die Empore in unserem Gemeinschaftsraum in Anspruch nehmen müssen, damit wir alle Zuhörer unterbringen konnten“

Unter Fackeldeys Leitung ist diese Infoveranstaltung des Darm- und Enddarmzentrums Mainfranken im Rahmen des „Darmkrebsmonats März“ konzipiert, organisiert und moderiert worden. Mit Dr. Thomas Brohm, Internist und Gastroenterologe aus Kitzingen und Lisa Schiffmann, Ernährungswissenschaftlerin aus dem Krebszentrum der Uniklinik Würzburg, hat er zwei ausgewiesene Experten zum Thema gewinnen können, heißt es in einer Pressemitteilung.

Eröffnet wurde der Abend von Dr. Brohm mit dem etwas provokanten Titel „Probiotika: Modischer Schnickschnack oder echter Nutzen?“ In seinem Vortrag beleuchtete der Internist und Gastroenterologe aus Kitzingen die Vielzahl im Internet und Drogeriemärkten zu erwerbenden Probiotika und Nahrungsergänzungsmittel kritisch. Die Darmflora, die ein Mensch zum Erhalt seiner Gesundheit und verschiedene Verdauungsprozesse benötige, bestehe aus einer Vielzahl unterschiedlichster Bakterien und auch Pilzen. Wenn es zu einer Disbalance der Zusammensetzung, zum Beispiel nach einer antibiotischen Therapie, kommt, seien einige probiotische Präparate durchaus sinnvoll. Die angeblichen „Wundermittel“, wie sie in der Werbung für Getränke oder Joghurtsorten angepriesen werden, seien aufgrund einer sehr dürftigen wissenschaftlichen Datenlage aber zurückhaltend zu bewerten.

Viel wichtiger sei eine vernünftige und ausgewogene Ernährung, womit Dr. Brohm an die nächste Referentin überleitete: Lisa Schiffmann informierte über „Gutes für den Darm, Gutes für mich“. Zunächst motivierte die Referentin mit einer kleinen sportlichen Aktivität die Zuhörer, weiter aufmerksam zuzuhören. Neben einer vernünftigen Ernährung – so die Ernährungswissenschaftlerin – gehöre auch eine regelmäßige körperliche Betätigung und führte aus, dass selbst mit einer mäßigen aber regelmäßigen sportlichen Tätigkeit ein sehr positiver Effekt zu erreichen sei. In ihrem lebhaften Beitrag legte Frau Schiffmann dar, wie eine vernünftige, gesunde Ernährung aussehen könnte.

So sollten ungefähr drei Viertel der Nahrung aus pflanzlichen Anteilen bestehen, wie Brot, Gemüse und auch Obst. Der Anteil fleischlicher Kost dagegen, der nach allen Erfahrungen und Studien in Deutschland viel zu hoch ist, sollte dagegen auf 300 bis 600 Gramm pro Woche begrenzt werden. Zwar stellte die Referentin auch den negativen Einfluss von Alkohol dar, aber – so die Referentin – eine völlige Abstinenz sei nicht nötig: Aber die Dosis macht das Gift! Soll heißen: In Maßen ist er erlaubt.

Es blieb aber nicht nur bei der Theorie. Die Ernährungswissenschaftlerin hatte in Zusammenarbeit mit der Klinikküche ein schmackhaftes und gesundes Buffet vorbereitet. „Das wurde zum Ausklang der Veranstaltung dann auch bis auf den letzten Bissen verzehrt“, zeigt sich Dr. Fackeldey erfreut.

Auch in den nächsten Jahren möchte das Darm- und Enddarmzentrum Mainfranken im Darmkrebsmonat März insbesondere auf die Vorsorge und Vermeidung von Krebs hinweisen.

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