Während in Gollhofen die Bürgerversammlung eher „windstill“ verlief, blies einen Tag zuvor dem Bürgermeister der Wind in Gollachostheim sehr heftig um die Ohren. Denn dort meldeten sich einige Bürger zu Wort, die mit den auf den Gemarkungen Gollachostheim und Adelhofen geplanten je zwei Windrädern nicht einverstanden waren.

Ähnlich wie zwischen Rodheim und Gollhofen soll an der Gemarkungsgrenze Adelhofen und Gollachostheim durch die „Ökonergie“ Uffenheim ebenfalls ein Bürgerwindpark entstehen. Die Kritik einiger Bürger machte sich zum Beispiel am Standort fest, da die Räder nach deren Ansicht zu nahe an Gollachostheim stünden. Auch das Rotlicht-Blinken war ein weiterer Kritikpunkt.

Für den Gemeinderat, der sich regenerativen Energieformen nicht verschließe, sei es von großer Bedeutung, dass sich Bürger an solchen Anlagen beteiligen können, damit bei dem erwarteten Ertrag auch der entsprechende Nutzen daraus gezogen werden könne und in der Region verbleibe, erläuterte Bürgermeister Werner Pfadler. Denn bei dem Gebiet, wo jetzt der bestehende Bürgerwindpark errichtet wurde, hätte sich schon eine Firma aus Dresden bei ihm gemeldet, bevor er aus Ansbach überhaupt erfahren hatte, dass das Gebiet für Windkraftanlagen vorgesehen sei, verriet Pfadler. „Die Akzeptanz steigt mit der Höhe der Beteiligung“, weiß Pfadler.

Neben der Windkraft interessierten sich die Bürger aber auch für die Entwicklung des Ortes. Aktuell habe Gollhofen 628 und Gollachostheim 201 Einwohner, zusammen also 829. Bei seiner ersten Bürgerversammlung im Herbst 1990 nach seinem Amtsantritt habe die Gemeinde 786 Einwohner gehabt. „Ein minimales Wachstum“, meinte Pfadler, der sich aber bewusst ist, dass

dafür auch etwas getan werden muss. Neben Bauplätzen müsse sich die Gemeinde auch um den Ortskern kümmern. Manche Leerstände fänden keinen neuen Besitzer, weil es zum Beispiel Stallungen in der Nähe gebe, die noch nie ein Tier gesehen hätten, aber Bestandsschutz genössen und so eine Wohnbebauung im Ort verhinderten, sagte Pfadler, der hier die Politik gefordert sieht. Manche Gebäude müssten abgerissen werden, was die Gemeinde erkannt und rechtzeitig den Forstbestand der Deponie gesichert habe. Hier regte ein Bürger an, dass Bauschutt von innerörtlichen Gebäuden verbilligt deponiert werden könne. Den Vorschlag bezeichnete Pfadler als nachdenkenswert. Er will sich nun bei Bürgermeisterkollegen erkundigen.

Weitere Themen waren das Parken im „mittleren“ Ringweg, die Begleitwege entlang der B13, die 2013 verwirklicht werden sollen, und die Tätigkeit des Bibers in der Gemarkung.