Dettelbach
Stichwahl

Konrad ist Dettelbacher Bürgermeisterin

Christine Konrad wird Nachfolgerin von Reinhold Kuhn. Sie erhielt 52,7 Prozent der Stimmen – mehr als sie erwartet hat. Die Enttäuschung beim unterlegenen Michael Schuba ist groß.
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Christine Konrad (FW)  wurde zur neuen Dettelbacher Bürgermeisterin gewählt.  Foto: Archiv
Christine Konrad (FW) wurde zur neuen Dettelbacher Bürgermeisterin gewählt. Foto: Archiv
Jubel bei den Freien Wählern (FW) in der Altstadt, gedrückte Stimmung bei der CSU im Verwaltungsgebäude, wo sich die Freunde von Michael Schuba versammelt hatten. Als gestern gegen 18.35 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Dettelbach zu lesen war, riss Christine Konrad begeistert und erleichtert zugleich die Arme hoch, genoss den aufbrandenden Beifall. Ihrem Mitbewerber um das Amt des Ersten Bürgermeisters dagegen fehlten fast die Worte.

„Ich bin selten nervös, auch heute“, bekannte Konrad kurz nach 18 Uhr, als die Wahllokale gerade geschlossen hatten. Sie hatte zunächst im Feuerwehrhaus ihre Stimme abgegeben und besuchte dann ganz entspannt die Mainsondheimer Kirchweih. Überrascht nahm sie um 18.10 Uhr das erste Ergebnis zur Kenntnis, denn die Wähler in Brück gaben ihr mit rund 69 Prozent den Vorzug.

Die Anspannung war groß

Von einem ganz normalen Tagesablauf erzählte auch Michael Schuba, zugegeben etwas aufgeregter und angespannter als sonst. Er hatte zunächst den Gottesdienst besucht, war dann zur Wahl gegangen und lenkte sich bei der Mainsondheimer Kirchweih ab. „Die Anspannung war eindeutig größer als vor zwei Wochen“, sagte Schuba, denn damals sei für ihn eine Stichwahl absehbar gewesen.

Im Besprechungsraum des Verwaltungsgebäudes drängten sich die Zuschauer, als Zwischenergebnisse auf der Leinwand gezeigt wurden. Um 18.15 Uhr waren acht der 13 Wahllokale und Briefwahlstellen ausgezählt, der Vorsprung Konrads belief sich auf gerade einmal 14 Stimmen. Als Minuten später das Ergebnis aus dem Wahllokal Dettelbacher Volksschule vorlag, wurden die Gesichter bei den Freunden von Michael Schuba immer länger, der Rückstand war auf 66 Stimmen angewachsen. Ihm selbst war die zunehmende Anspannung ins Gesicht geschrieben, sein Lachen war verschwunden. Ehefrau Gabi drückte aufmunternd und tröstend den Arm, wich nicht von seiner Seite. Als um 18.28 Uhr nach Auszählen der Briefwahl ein Rückstand von 101 Stimmen deutlich wurde, machte sich Betroffenheit breit. Nur Minuten später trafen MdL Otto Hünnerkopf und der langjährige Stadtrat Lothar Voltz ein, kopfschüttelnd und nicht minder betroffen.

Wertvolle Erfahrungen gesammelt

„Das es knapp werden würde war klar“, zog Schuba schließlich eine erste Bilanz und räumte seine Niederlage ein. Gleichwohl habe er viele wertvolle Erfahrungen sammeln können und könne nun feststellen, dass immerhin mehr als 1800 Bürger hinter ihm standen. Gefeiert werde trotzdem, sein Team und Ehefrau Gabi hätten ihn schließlich hervorragend unterstützt und einen tollen Wahlkampf geführt. „Ein so deutlicher Amtsverlust in der drittgrößten Kommune des Landkreises“, schmerzte Hünnerkopf sehr, es sei aber des Wählers Wille.

Die Höhe überrascht

„Überrascht bin ich nicht, hinsichtlich der Höhe aber schon“, gestand die Wahlsiegerin und kommende Bürgermeisterin Christine Konrad im Kreise ihrer jubelnden Freunde ein, dass sie eine viel knappere Entscheidung erwartet hatte. Das Ergebnis mache den Wunsch der Bürger nach einer Veränderung des Politikstils deutlich. Sie musste sich einen Weg durch die drängenden Anhänger bahnen, um rechtzeitig zur offiziellen Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Wahlergebnisses ins Rathaus zu kommen.


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