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Landkreis Kitzingen

Kommentar zu den Wahlen: Die Rathäuser werden bunter

Mit den fünf Stichwahlen am Sonntag sind die Kommunalwahlen im Landkreis Kitzingen abgeschlossen. Was dem Autor auffiel.
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Ein Kreuz hätte genügt. Doch selbst das war vielen Wählern bei der Stichwahl am vergangenen Sonntag zu viel Aufwand. Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Der Bürger hat gesprochen: Die Kommunalwahlen im Landkreis Kitzingen folgen dem Trend, wonach CSU und Grüne sich bayernweit gut behaupten können, aber auch die Freien Wähler als starke kommunalpolitische Kraft in den Gemeindeparlamenten wieder in großem Umfang vertreten sind.

Bei Bürgermeister- sowie Stadt- und Gemeinderatskandidaten fällt auf, dass die Bürgervertretungen bunter werden. Auf kommunaler Ebene spielen die Parteiorientierungen weniger eine Rolle: Es geht um die Persönlichkeiten. Das ermöglicht ganz neuen Listen und parteiungebundenen Kandidaten den Einzug in die Rathäuser.

Dafür sind auch die Bürgermeisterwahlen ein Beleg: Mancherorts gewann die CSU, andernorts ein Freie-Wähler-Kandidat. Aber auch Gemeinschafts- oder Bürgerlisten und selbst die zuletzt schwache SPD stellen noch Gemeindeoberhäupter.

Sorge um die geringe Wahlbeteiligung

In Volkach blieb die Wahl bis zuletzt spannend; in Dettelbach, Marktbreit und Castell verfestigten sich die Trends der ersten Wahlgänge. Und in Kitzingen siegte tatsächlich der schon lange als Favorit gehandelte Kronprinz.

Was allerdings besonders in der Großen Kreisstadt auffällt: Die Wahlbeteiligung war nicht allerorten berauschend. Dabei hatten es die Bürger bei der Stichwahl so leicht wie nie zuvor, ein einziges Kreuz zu machen. Sie bekamen die Unterlagen frei Haus. Dass in Kitzingen dennoch etwas mehr als die Hälfte der Wähler auf ihr demokratisches Recht verzichtete, muss alle Kommunalpolitiker der Stadt bedenklich stimmen.

Wenn eine so wichtige Entscheidung bei so geringem Aufwand den Bürgern das Ankreuzen nicht mehr wert ist, sagt das viel über ihre Haltung zur Stadtpolitik und zur Demokratie insgesamt. Sicher: Alle Wähler wird man nie erreichen können, aber vielleicht gelingt es dem neuen OB und den neuen Stadträten, ihre Bürger wieder mehr einzubinden. Versprochen haben sie es alle.